
(Aus: Hannover 96 Stadion-Magazin, 07.01.2009, gesehen in “Mein VfL”, 06.02.2009)
Gefunden und entsprechend kommentiert von Scudetto: Ben Redelings und mal ganz davon abgesehen, dass Zollverein immer noch in Essen steht! Amateure, diese 96er!

(Aus: Hannover 96 Stadion-Magazin, 07.01.2009, gesehen in “Mein VfL”, 06.02.2009)
Gefunden und entsprechend kommentiert von Scudetto: Ben Redelings und mal ganz davon abgesehen, dass Zollverein immer noch in Essen steht! Amateure, diese 96er!
Veröffentlicht in VfL Bochum 1848
Auch wir Blogger bestreiten hin und wieder eine besonders intensive Vorbereitung vor einer Bundesligapartie der Hertha. Um für das Spiel gegen den VfL Bochum “auf den Punkt” gewappnet zu sein, haben wir uns in dieser Woche in einen virtuellen Schlagabtausch mit einigen (micro-)bloggenden Anhängern des VfL begeben. Dabei ist eine spannende Diskussion entstanden, für die wir uns noch einmal bei allen Beteiligten bedanken möchten, namentlich: vfl4ever, Enno (twitter), Martin (twitter) und Ben (twitter und meine Wenigkeit)!
Die Spielvorbereitung haben wir – wie es sich gehört – im virtuellen Raum absolviert, indem wir uns bei etherpad.com eingefunden haben und uns gegenseitig Fragen gestellt, beantwortet und diskutiert haben. Dieses Vorgehen haben wir bei dogfood kennengelernt und es hat sich auch für dieses Mal als sehr praktikabel und produktiv erwiesen. Wir werden das bestimmt noch mal auf diese Weise machen. Nun geht es aber los!
1. Frage: Hertha trifft am Samstag im Berliner Olympiastadion auf den VfL aus Bochum. Beide Mannschaften haben bereits den Trainer gewechselt. Mit Erfolg, wird man sagen können. Welche Mannschaft wird den ersten Rückschlag erleiden und warum?
vfl4ever: Erster Rückschlag… ich denke, die ganze Hinrunde war für Hertha ein Rückschlag, bei Bochum war es diese Nicht-Leistung beim 1-5 gegen die Bayern. Aus meiner Sicht muss Hertha jedes Spiel wie ein Endspiel angehen, schnell Siege sammeln und in einen Rausch gelangen. Von daher war das 0-0 gegen Gladbach bereits ein Dämpfer (und Ennos Tweets nach bin ich mit der Meinung nicht allein).
Andreas: Herthas Rückschlag war der Verlust von zwei Punkten gegen Gladbach. Hätte man aus den ersten beiden Spielen sechs Punkte geholt, wäre der Klassenerhalt vielleicht noch drin gewesen. So kann Hertha vom Glück sprechen, dass die Konkurrenz zu dumm ist, sich abzusetzen; aber reichen wird es vermutlich nicht mehr. Der VfL hingegen hat bereits mehrfach gezeigt, dass er Rückschläge wegstecken kann. Seien es die Niederlagen gegen Freiburg und Bayern zu Hause oder die erfolgreiche Wiederbelebung gegen Hannover und Sch**** 04 nach 0:2-Rückständen. Wenn es also für eine der beiden Mannschaften einen Rückschlag gegebn sollte, dürfte sich Hertha – im Vergleich zum VfL – davon nicht mehr erholen.
Enno: Die Rückrunde war ganz sicher ein einziger Rückschlag. Hertha hat viel zu lange gebraucht, um sich überhaupt auf den Abstiegskampf einzustellen. Nun scheint es Funkel jedoch gelungen zu sein, den Hebel innerhalb der Mannschaft umlegen zu können. Gegen Gladbach fehlte der Torerfolg. Das war schon ein Rückschlag, der aber – wie schon von Andreas geschrieben – auf Grund der Niederlagen der direkten Konkurrenz folgenlos geblieben ist. Eine Niederlage gegen Bochum wäre wohl das K.O für Hertha. Bochum dagegen könnte das sicherlich besser weg stecken. Immerhin sollte das Team ausreichend abstiegskampferprobt sein.
Daniel: Ich sehe die Gefahr des Rückschlags viel eher bei Hertha, als beim VfL. Selbst ein Unentschieden wäre – wie schon gegen Gladbach – zu wenig. Wenn Heiko Herrlich clever ist, schickt er seine Mannschaft mit der selben Taktik raus, wie Michael Frontzeck das am Samstag mit seinen Gladbachern gemacht hat: “Geht’s raus und lasst die machen. Die müssen. Wir nicht.” Und weil ich glaube, dass Bochum eine coolere und schnellere Kontermannschaft ist als Gladbach, bin ich wenig optimistisch, was den Samstag angeht.
Martin: Ehrlich gesagt, ich sehe auch die Gefahr des Rückschlags eher bei Hertha. Das mag jetzt subjektiv sein, aber die Hertha steh sowas von mir dem Rücken zur Wand, der VfL hingegen könnte sich sogar eine Niederlage erlauben. Außerdem halte ich Funkel nicht für einen guten Trainer.
Ben: Ganz ehrlich, auf dem (Tabellen-)Niveau der beiden Mannschaften gibt es quasi alle zwei Wochen einen neuen Rückschlag. Es ist ja die fehlende Konstanz, die beide Teams da unten hingeführt hat. Und das wird auch das Problem der Hertha sein, wenn sie nicht gegen uns gewinnt. Denn dann muss man plötzlich sehr, sehr konstant spielen und das ist dann eigentlich nicht mehr möglich. Außer es passiert ein Fußball-Wunder! (mensch, waren das noch Zeiten, als beispielsweise Werder ständig diese Fußball-Wunder im UEFA-Cup vollbrachte; oder Bayer Uerdingen; lange her)
2. Frage: Bochum zeigte in den letzten Spielen viel Moral, holte häufig Rückstände auf und zeigte eine kämpferische Leistung. Hertha scheint in Sachen Abstiegskampf noch nicht so weit zu sein. Ein Vorteil für Bochum?
vfl4ever: Hertha lebt mit anderen Ansprüchen als der VfL. In meinem Umfeld (Dortmunder, Gelsenkirchener, Duisburger…) hat jeder einen Absturz der Hertha vorausgesagt, wenn auch nicht so extrem, wie es dann in der Hinrunde kam. Von daher ist es sicher ein Vorteil, dass wir die ganze Saison über wußten, worum es geht. Andererseits sollte auch bei Hertha mittlerweile jedem klar sein, was Sache ist. Und immer wieder Rückständen hinterherzuhecheln, das kostet Kraft.
Andreas: Ob Hertha tatsächlich mit anderen Ansprüchen lebt, sei dahin gestellt. Auf jeden Fall leben sie mit zu hohen Ansprüchen. Ein Vorteil für die Hertha kann das Kühllabor Olympiastadion sein. Dagegen existieren im Ruhrgebiet ja fast schon frühlingshafte Temperaturen. Gerade nach dem gefühlten Sieg gegen Sch**** 04 dürfte der VfL allerdings emotional im Vorteil sein.
Daniel: Ich glaube, dass bei Hertha alle verstanden haben, worum es geht. Dass das zu lange gedauert hat, ist keine Frage, deshalb stehen wir ja vor 16 quasi “KO-Spielen” – jede Niederlage wäre ziemlich sicher das Ende. Das kann enthemmen, es kann aber auch zum Gegenteil werden. Zumal, wenn eine Mannschaft aus Bochum kommt, die Spieler in den eigenen Reihen hat, die wissen, wie man mit so einer Situation umgeht. Ich würde hier aber bei keinem Team von einem Vorteil sprechen.
Martin: Ich glaube, das Spiel gegen Schalke war so eine Art Wegweiser für den Rest der Saison. Wer so ein Spiel nicht verliert, sondern in letzer Minute noch das Unentschieden holt, der steigt nicht ab. Ich habe das Gefühl, man muss sich immer klar werden, dass das “nur” ein Unentschieden war, es fühlt sich an wie ein Sieg. Und die Mannschaft tritt wieder als Einheit auf, das war unter Marcel Koller nicht der Fall. Ich würde sagen, Vorteil VfL.
Ben: Der VfL hat auch unter Koller schon Rückstände aufgeholt; wobei ich es eigentlich total bescheuert finde, da immer von “Moral” zu reden. Man hat einfach vorher so Scheiße gespielt, dass man dann plötzlich nichts mehr zu verlieren hat und Fußball spielt. Was andersrum aber auch zeigt, dass die Mannschaft vielleicht mehr kann, als sie vom Kopf her umsetzen kann. Bei der Hertha hat man sich komplett blenden lassen durch die letzte Saison. Man hat wirklich ganz häufig unterirdisch gespielt und knapp gewonnen. Jetzt spielt man unterirdisch und verliert knapp. Aber wenn mein absoluter Lieblingstrainer Funkel (IRONIE!!!) eines kann, dann mit potentiellen Absteigern umgehen.
3. Frage: Was für ein Spiel erwartet ihr am Samstag? Und wie wird es ausgehen?
vfl4ever: Meine Erwartung ist eine kampfbetonte Partie auf niedrigem Niveau. Es wird ein dreckiges Spiel, die Punkte zählen. Mir würde einer reichen, um Hertha eben gleich den Wind zu nehmen, eine Serie zu starten. Andererseits sah mein VfL gegen Funkels Teams (Uerdingen, Duisburg, Frankfurt) unter seiner Regie irgendwie immer schlecht aus.
Andreas: Minimal ein Punktgewinn für den VfL; optimal ein weiterer Auswärtsdreier!
Daniel: Schwierig zu sagen. In der Hinrunde hätten wir das Spiel gegen Gladbach mit Sicherheit verloren, weil der Elfmeter drin gewesen wäre. Vielleicht ist das Glück ja wieder da. Schießt Hertha ein frühes Tor, kann es was werden. Ansonsten fürchte ich, dürfen sich die Zuschauer wieder auf ein Spiel mit wenig bis gar keinem Tor einstellen – auch wenn ich natürlich auf einen Sieg hoffe.
vfl4ever: Frühes Tor? Da machst dir als VfLer keine Sorgen, obs nun 0-2 ist wie gegen Sch… oder Hannover oder 0-3 wie gegen Gladbach, jeweils zur Halbzeit
Daniel: Deswegen machen wir – wenn – dann auch nur eins, damit ihr bis zum Abpfiff auf das zweite oder dritte wartet und euch dann wundert, dass das Spiel plötzlich vorbei is
Martin: Ich erwarte ebenfalls ein langeweiliges Spiel. Not gegen Elend sozusagen. Die einen (Hertha) können nicht, die anderen (Bochum) sind mit einem Punkt zufrieden (und können auch nicht, nebenbei gesagt). Wie es ausgehen wird? 1:1 (1:0 Gekas, 1:1 Freier).
Ben: Fehler, Fehler, Fehler. Und wenn eines der beiden Teams ein bisschen besser ist, macht es aus den Fehlern direkt Tore. Ich erwarte vom VfL nicht viel, aber der alte Rolf Rüssmann Spruch sollte am Ende des Tages mindestens eingelöst sein: “Wenn wir hier heute nicht gewinnen, dann treten wir ihnen wenigstens den Rasen kaputt”
4. Frage: Wer ist der Hoffnungsträger bei der Hertha? Wo gibt es Lichtblicke, woran ihr als Fans euch hochziehen könnt, die Hoffnung nicht zu begraben?
Andreas: Hoffnungsträger? Voronin ist doch schon weg
Enno: Dafür haben wir jetzt ja Gekas und Ramos! Dazu macht die zuletzt gute, kämpferische Einstellung der Hertha Mut.
Felix (?): Mein Hoffnungsträger heißt Fußballgott. Denn dass es nicht reicht, engagiert zu spielen, haben wir gegen Gladbach gesehen. Hertha braucht Glück, viel Glück. Dass man sich ein bisschen davon erarbeiten kann, ist klar. Aber ich fürchte, dass das nicht reichen wird, um da unten raus zu kommen. Denn zwei Teams über uns müssen zusätzlich reichlich Pech haben.
Ben: Lalalalalalalalalalalaaaaa, Theofanis Gekas, lalalalallalalalalaa, Theofanis Gekas!
5. Frage: Hab vergessen: Macht Gekas eine Bude gegen seinen Ex-Verein?
Enno: Das muss er! Gekas steht für Hertha und die WM-Teilnahme in der Pflicht auch gegen seinen Ex-Verein zu treffen. Das wäre natürlich ein Fest für die Zeitungen mit den großen Buchstaben. In Berlin wird er ja bereits als “Gyros-Bomber” gefeiert. Allerdings nur vom Boulevard…
Andreas: Gekas wird genauso dumm aus der Wäsche gucken wie Edu am letzten Spieltag. Oder wie der griechische Philosoph bereits selbst visionär erklärte: “Ich liebe die Stadt Berlin. Eine andere Liga als Bochum oder Leverkusen” Und die Betonung liegt auf “andere Liga”
vfl4ever: Als Bochumer weiß man, dass Gekas auch eine Menge Chancen liegen läßt. Wenn es unserer Abwehr also gelingt, ihn nicht so oft lang gehen zu lassen, sondern ihn in die Zweikämpfe zwingt (schlechte Zweikampfbilanz und so), dann sollte er leer ausgehen. Ach, und über das Zitat bin ich nichtmal böse. Klar ist Bochum schöner als Leverkusen, und klar ist eine Metropole wie Berlin anders als der Ruhrpott. Aber… “andere Liga” ist gut
Daniel: Ist mir ehrlich gesagt egal. Wenn er den Elfmeter zum Sieg herausholt oder den Pass auf Ramos spielt, der zum Siegtor führt, reicht mir das auch. Es würde mir sogar reichen, wenn er gar nicht spielt und Hertha trotzdem gewinnt.
Martin: Gekas ist ne Drecksau. Im positiven Sinne. Klar, er lässt viele Chancen liegen, steht 20 Mal im Spiel im Abseits, aber den einen, den macht er halt rein. Und den wird er auch gegen Bochum machen, so wie immer Ex-Spieler gegen uns treffen (was genau so subjektiv ist, wie dass man immer an der Kasse steht, an der es am längsten dauert).
Ben: Andreas, “andere Liga” war gut. Ihr habt doch noch so viele andere Spieler, die seit Jahrhunderten kein Tor mehr geschossen haben. Wer es gegen uns nicht schafft, der sollte mal darüber nachdenken, ob er wirklich Fußballprofi bleiben möchte. “Hugo” Sanchez von Schalke hat auch gegen uns getroffen. Vorher, glaube ich, auch nicht allzu häufig…
6. Frage: Wie ist eigentlich die Stimmung in Berlin? Hat das Umfeld (also Fans und Verein) realisiert, dass es Richtung zweite Liga gehen kann? Oder geht man davon aus, dass schon alles irgendwie gut gehen wird?
Daniel: Ich spreche mal für mich als Fan: Ja, ich habe es bereits realisiert und setze mich bereits ernsthaft damit auseinander. Trotzdem glaube ich an, hoffe ich auf und bete ich für den Klassenerhalt. Ich glaube, dass die meisten Fans in Berlin ebenfalls darauf hoffen, dass es noch was wird und unbedingt sagen können wollen: “Ha, jetzt könnt ihr euch euren Spott sonstwohin stecken! Uns kriegt nicht mal die zweitschlechteste Hinrunde der Geschichte unter!” Der Verein hat es längst realisiert und mittlerweile ja auch einige Maßnahmen ergriffen, um die Berliner zu mobilisieren. 47.000 Zuschauer gegen Gladbach bei -15 Grad ist für Berlin schon sensationell. Aber wenn die Mannschaft nicht gewinnt, bringt das alles nichts.
vfl4ever: ich denke auch, dass bisher alle Anzeichen dafür sprechen, dass Hertha absteigen wird.. Aus Bochumer Sicht ist gut, dass Hertha diese Hinrunde spielte, dass Hannover da so sang- und klanglos unten reinrutscht und dass Nürnberg ein junges unerfahrenes Team hat. Da kann es uns auch egal sein, dass sich Stuttgart da langsam wieder herausarbeitet.
7. Frage: (die mich persönlich interessiert, aber nichts mit dem Spiel zu tun hat): Ich wohne in Dortmund, habe aber viel Kontakt zu Fans oder zumindest Unterstützern vom VfL. Die verstehen nicht, warum auch Heiko Herrlich an Marcel Maltritz in der Innenverteidigung festgehalten hat, zumal mit Patrick Fabian ein talentierter Nachwuchsspieler auf seinen Durchbruch wartet und (unter anderem gegen Bayern) schon bewiesen hat, dass er ein Guter ist. Seid ihr mit Maltritz zufrieden oder ist er unter den Fans auch umstritten?
vfl4ever: Ich denke, der Maltritz ist nicht umstritten. Es ist allgemein bekannt, dass er nichts taugt
Mavraj und Yahia sehe ich auch lieber, aber nachdem Mavraj dem Kevin die dicke Chance zum 3-0 aufgelegt hatte, nutze ich mal die Worte von Peter Neururrer: “Der Junge ist verbrannt.” (Zitat eigentlich über die Aufstellung Edus in der Abwehr nach dem Fauxpas im Lüttich-Spiel)
Martin: Ich bin mit Marcel Maltritz auch nicht zufrieden. Als er 2004 vom HSV nach Bochum kam, da kam er eigentlich als defensiver Mittelfeldspieler, als 6er sozusagen. Doch da war er völlig falsch aufgehoben und war ein ständiger Unsicherheitsfaktor. Dann wurde er relativ schnell in die Innenverteidigung beordert (korrigiert mich, aber ich meine, das war in der letzten Zweitligasaison) und bekam dann mit Anthar Yahia einen sehr guten Partner an die Seite gestellt. Die beiden harmonierten verdammt gut miteinander. Maltritz war dann Vize-Kapität und nach dem Rauswurf von Thomas Zdebel wurde er dann Mannschaftsführer. Und für mich fing der Abstieg damit an. Er stellte sich so halb hinter den Trainer, machte vielleicht einige unbedachte Äußerungen, riss hier und da vielleicht das Maul zu weit auf und ließ dann keine Taten folgen. Die Fans hatten die Zdebel-Geschichte noch im Hinterkopf (ein eher ruhiger Kapitän, der Sachen intern ansprach und ein gewisses Standing in der Mannschaft hatte), und dann kam da jemand, der die Fans nicht verstand (“Ich weiß nicht, warum die jetzt unzufrieden sind”), große Töne spuckte und dann auf dem Platz nicht die entsprechende Leistung brachte. Das passte einfach nicht zusammen. Meiner Meinung nach hat Marcel Maltritz seinen Zenit überschritten und sein Kapitänsamt bewahrt ihn noch davor, auf der Bank platz zu nehmen.
Ben: Eine völlig unzulässige Frage!!!
8. Frage (auch ganz unabhängig vom Spiel, das interessiert mich schon lange): Woran liegt das, dass Deutschland eines der wenigen Länder (wenn nicht sogar das einzige Land) ist, das keinen Hauptstadtclub im internationalen Geschäft hat und sogar Gefahr läuft, in der nächsten Saison keinen Hauptstadtclub in der ersten Liga zu haben?
Ben: Mal ganz ehrlich, diese Frage nervt mich genauso, wie dieses ständige Gerede über den europäischen Wettbewerb, das schlechte Abschneiden der Deutschen und das wenige Geld, das man hier hat, das daran Schuld ist. Warum spielt Rot-Weiss Essen nicht in der Bundesliga? Das interessiert mich weit mehr!
vfl4ever: Stimme Ben da zu! Wäre Bonn noch die Hauptstadt, würde niemand diese Frage auch nur annähernd in Betracht ziehen. Soll das Land etwa Geld reinpumpen, damit der Hauptstadtklub ein Aushängeschild wird? (ok, machen sie bereits über den Umweg DB)
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Günther Pohl sollte sich nur noch aufs Radio beschränken. Und sich in Günther Gol umbenennen. Warum? Hört Euch das hier ab Minute 3:40 an… “Deutschland ist Weltmeister” würde ich sagen
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Endlich war es mal wieder soweit. Das geschundene Bochumer Heimspielherz erlebte beim Auftritt der ungeliebten Nachbarn aus Buer endlich zu Hause mal wieder einen Festschmaus. Sicherlich sprang kein Sieg gegen jene Thekenmannschaft raus, deren Mütter zum BxB gehen, aber immerhin erkämpften die blau-weißen Halbgötter trotz eines 0:2-Rückstandes noch einen Punkt.
Doch bis es so weit war, erinnerte der Stadion- eher einem Studiobesuch der besonderen Art. Bereits nach fünf Minuten brachte Sanchez den ungeliebten Gast in Führung und es ist zu vermuten, dass Bochums chilenischem Schweden Matias Concha noch im Bett so schwindelig gewesen ist, wie dem Bochumer Anhang nach durchzechter Nacht. Über die Gedächtnislücken eben jenes Bochumer Anhangs nach durchzechter Nacht würde sich vermutlich auch Bochums Innenverteidiger Mergim Mavraj freuen, der mit einem haarsträubenden Fehler das 0:2 durch den Nutella-Boy in der 42. Minute eingeleitet hat. Beinahe hätte Mavraj mit einem Luftloch nach Edu-Art sogar noch das 0:3 verantwortet, doch Bochums Nummer 1 Philipp Heerwagen parierte glänzend.
Gegen die kompakt verteidigenden und führenden königsblauen Sch***** fiel den einzig wahren Blau-Weißen zunächst wenig ein und es bedurfte den Einsatz von Bochums stadtweit bekannten (Slawo) Freier, um die Königsblauen in Verlegenheit zu bringen. Unterstützt durch einen massiven Hubschraubereinsatz anne Castroper erzielte der VfL dann zur Freude des eigenen “Vermögens” in der 82. Minute den Anschlusstreffer durch Vahid Hashemian. Leise Hoffnung machte sich breit im weiten Rund des leider nicht ausverkauften Ruhrstadions. Und als Stanislav Sestak in der 92. Spielminute nach grandioser Vorarbeit des “Man of the match” Hashemian den Ausgleich erzielte, gab es in der Ostkurve kein halten mehr. Gefüllte Bierbecher flogen über die Köpfe und verschütteten ihren Inhalt über das einen geilen Torpogo tanzende blau-weiße Publikum. Es hatte schon fast Rockkonzertqualität, was sich in den folgenden Minuten in der Kurve abspielte. Ich kann mich nur an zwei Ereignisse erinnern, wo es in der Kurve ähnlich abging. Als der VfL in der Saison 2003/04 am letzten Spieltag durch einen 3:1-Heimerfolg gegen Hannover 96 bei zeitgleichem Unentschieden der Lüdenscheider in Kaiserlauten der Einzug in den UEFA-Cup gelang und als der VfL in der Saison 2006/07 am 31. Spieltag gegen eben jene Königsblauen durch einen 2:1-Heimsieg den Grundstein dafür legte, dass es immer noch keinen Sch***** mit der Schale in der Hand gibt. Und wohlgemerkt: dieses Mal gab es nur ein Unentschieden zu feiern. Wobei: hätte der Schiri nach dem 2:2 noch einmal angepfiffen, hätten wir bestimmt noch den Siegtreffer erzielt.
So erlebten wir endlich mal wieder ein rauschendes Fußballfest und nach zwei 0:3-Heimschlappen gegen die Buerer in Folge, ist es eine Genugtuung, ihnen einmal mehr die Tabellenführung versaut zu haben. Und als ob Felix Magath ahnte, wie groß unsere Revanchegelüste waren, schickte er seine Elf direkt nach dem Schlusspfiff zum Auslaufen auf den heiligen Rasen des Ruhrstadions. Die noch nahezu vollständig versammelte Ostkurve honorierte Quälix Engagement und begleitete das königsblaue Auslaufen mit lautstarken “Ihr werden nie deutscher Meister!”-Gesängen. Ker, wat war dat ein Spaß! Denn: SO GEHN DIE BOCHUMER, DIE BOCHUMER GEHN SO! und so gehn die sch*****, die sch***** die gehn so….
Veröffentlicht in VfL Bochum 1848 | Schlagwörter:Matias Concha, Mergim Mavraj, Philipp Heerwagen, Slawo Freier, Vahid Hashemian
In ungewohnter Allianz überschlagen sich derzeit CDU, Grüne, WAZ, NRZ und Stadtspiegel, der SPD die Lüge zu unterstellen. Grund: Im zurückliegenden Kommunalwahlkampf trat die SPD mit der Botschaft an, u.a. den Essener Norden nicht auszutrocknen und das letzte verbliebene Schwimmbad im Stadtteil Dellwig namens “Hesse” entgegen der Absicht von CDU und Grüne nicht schließen zu wollen. Einen entsprechenden Beschluss brachte die SPD im November 2009 auch erfolgreich in den Rat ein und hebte gemeinsam mit FDP und Linken den schwarz-grünen Schließungsbeschluss auf. Nunmehr ist ein Konzept erforderlich, das die Finanzierung der Essener Bäder- und Sportbetriebe auf eine neue Finanzierungsgrundlage stellt. Mit einer entsprechenden Forderung nach Revision des schwarz-grünen Masterplanes Sport ging die SPD auch in den Wahlkampf. Dass sich ein solches Gesamtkonzept nicht binnen weniger Wochen neu konstruieren lässt, sollte eigentlich auch dem unvoreingenommensten Beobachter einleuchten. Entsprechende Grundüberlegungen sollen nun von SPD-Oberbürgermeister Reinhard Paß dem Rat der Stadt Essen am 27. Januar 2010 – also 63 Tage nach Aufhebung des Schließungsbeschlusses – vorgestellt werden. Doch diese 63 Tage konzeptioneller Arbeit scheinen CDU und Grünen zu lang zu sein und attestieren der SPD daher Wahlbetrug und unterbreiten der Vorwurf, die Kommunalwahl mit Lügen gewonnen zu haben. Ja nee, is klar – würde Atze Schröder wohl kommentieren.
Allen voran CDU und Grüne dürften das Glashaus, in dem sie sich befinden, inzwischen völlig demoliert haben. Dabei sei an den immer noch finanziell vakanten Stadionneubau an der Hafenstraße erinnert. Insbesondere Stadtdirektor Christian Hülsmann (CDU), der in der aktuellen Sport- und Bäderbetriebedebatte so ideenlos sein will, verkündete auf einer Veranstaltung der Volkshochschule Essen am 25. Februar 2009 großspurig, dass die letzten offenen Fragen zur Stadionfinanzierung “kurzfristig geklärt werden” und das die Finanzierung des Stadionneubaus “nicht gefährdet” sei. Fast ein Jahr später ist festzuhalten: Außer leeren Versprechungen und viel Wahlkampfgetöse hat Hülsmann nichts vorzuweisen. Die Finanzierung des Stadions ist immer noch vakant.
Aber gut, dass dies bestimmt alles keine leeren Wahlversprechen der Essener CDU und ihrer grünen Freude waren. Sonst könnte man ja noch auf den Vorwurf kommen, allen voran die Essener CDU und mit Sicherheit auch ihr damaliger grüner Koalitionspartner hätten ihren gesamten Kommunalwahlkampf auf der Lüge des Stadionneubaus aufgebaut. Insofern ist es sicherlich auch nicht verwunderlich, dass die Großkopferten der Essener CDU 22 Tage vor der Kommunalwahl einen PR-technisch schlauen Coup umsetzten und den symbolischen Spatenstich einhergehend mit dem Abriss der alten Arena zelebrierten, ohne dass die Finanzierung des lautstark verkündeten Neubaus überhaupt gesichert war.
Entweder kennen sich Hülsmann und seine konservativen Parteifreunde mit den städtischen Finanzen überhaupt nicht aus (ein Argument übrigens, dass CDU-Vertreter bei dem ehemaligen Dortmunder Stadtdirektor Sierau nicht gelten lassen) oder er und seine Parteifreunde haben wider besseren Wissens und ohne Berücksichtung der Stadtfinanzen kurz vor der Kommunalwahl aus partei- und wahltaktischer Sicht den Stadionneubau verkündet. Und dies wohlgemerkt aus der Regierung heraus, sprich mit detaillierten Kenntnissen zur Haushaltssituation.
Unterstützt wird diese Interpretation der vergangenen Monate und der immer noch nicht geklärten Finanzierung des Stadions durch die CDU selbst. So berichtete kürzlich die WAZ Essen, dass “der einstige hartnäckige Stadionbefürworter, die CDU, kühl die Niederlage der Partei bei der Kommunalwahl [analysiert]: Das Stadion habe im Norden keine Stimmen gebracht, aber im Süden Stimmen gekostet.” Dies belegt doch mehr als deutlich, dass die CDU und ihr Stadtdirektor allenfalls ein wahltaktisches Interesse am Stadionneubau hatten und sie nun, nach dem das Kind für die CDU bei der Kommunalwahl in den Brunnen gefallen ist, den Neubau wie eine heiße Kartoffel fallen lassen. Insbesondere mit Blick auf die mehrfach zugesagte geklärte Finanzierung, ist festzuhalten: die CDU hat bewusst gelogen. Und dies nicht nur bei der Stadionfrage. Verkündete Hülsmann damals noch, dass das Freizeitbad Oase offen bleiben und saniert werden soll, wurde die Oase kurze Zeit später Opfer schwarz-grüner Gutachten. Aber klar, dass in diesem Fall natürlich nur die SPD gelogen haben soll. Wenn grüne Schwarze etwas versprechen und dies nicht halten, ist das vieles – aber offensichtlich keine Lüge! Eine sich mir allerdings nicht erschließende Interpretation – oder leiden CDU, Grüne, WAZ, NRZ und Stadtspiegel vielleicht an Gedächtnisverlust?
Aber es ist natürlich etwas anderes, wenn man wider besseren Wissen mit leeren Versprechungen in den Wahlkampf zieht und den Stadionneubau verkündet als wenn man den Erhalt eines Schwimmbades (und die politische Umsetzung dieses Wahlversprechens erfolgte prompt) und die Revision des Masterplanes Sports fordert, dessen Umsetzung eine längerfristige konzeptionelle Arbeit mit sich bringt. Vor diesem Hintergrund ist es traurig mit anzusehen, wie sich die gesammelte Essener Lokaljournalistenriege zum Spielball von Lügnern macht und gänzlich subjektiv nachplappert, was ihnen die konservativen Wahllügner vorkauen. Es bleibt das Fazit: Wenn Lügner andere der Lüge bezichtigen, muss das nicht zwingend wahr sein!
Veröffentlicht in Politik | Schlagwörter:CDU Essen, Essen, Georg-Melches-Stadion, Hesse, Masterplan Sport, Wahlbetrug
Heute vor zwanzig Jahren starb Herbert Wehner, der Meister der parlamentarischen Ordnungswidrigkeiten. Dass er auch außerhalb des Plenums austeilen konnte, beweist die Anekdote über seinen Fraktionskollegen, dessen Name mit W oder Z anfing. In der alphabetischen Sittzordnung saß der Abgeordnete immer ganz hinten. Als er Wehner fragte, ob er weiter vorne sitzen dürfe, sagte Wehner nur: “Dann mußt du dich Arschloch nennen, dann kannst du ganz vorne sitzen!” Weniger sanft angepackt wurde zum Beispiel der Abgeordnete Wohlrabe (“Sie Übelkrähe”) oder der Abgeordnete Todenhöfer (“Sie Hodentöter”).
Copy & Paste @Mark Seibert
Veröffentlicht in Politik | Schlagwörter:Herbert Wehner, SPD
Veröffentlicht in VfL Bochum 1848
2010, ihr werdet es schon sehen…
…lautet ein eher trotziger Spruch des Bochumer Anhangs, um die bis dato titelfreie Zeit ironisch aufs Korn zu nehmen und für eben jenes Jahr den Durchbruch bei der Ansammlung von Titel und Trophäen anzukündigen. Zweifellos ist der VfL Bochum 1848 aktuell von einer Trophäe so weit entfernt wie der Papst von der Hochzeit, doch was ich beim ersten Spiel des VfL im Jahr 2010 in Gladbach gesehen habe, stimmt mich zumindest dahingehend zuversichtlich, den Klassenerhalt auch im vierten Jahr in Folge unter Dach und Fach bringen zu können.
Nahezu 70 Minuten lang standen die blau-weißen Halbgötter beim 1:2-Auswärtssieg gegen die Gladbacher Fohlen in der Defensive kompakt, ließen wenige brenzlige Situationen im eigenen Strafraum zu und brachten die Gladbacher Abwehr mit gefährlichen Kontern immer wieder in Bedrängnis. Meine Augen reibend nahm ich so voller Genugtuung in der 12. Spielminute den Führungstreffer von Stanislav Sestak nach einem sehenswert vorgetragenen Konter zur Kenntnis. Dass der VfL zu solchen Spielzügen überhaupt noch in der Lage ist, nahm ich mit großer Verwunderung wohlwollend zur Kenntnis.
Eine so gut gestaffelte Bochumer Mannschaft habe ich seit den Siegen gegen LR Ahlen und den Sportfreunden Siegen in der Saison 2005/06 – wohlgemerkt in der Schweineliga – nicht mehr gesehen. Selbst die Defensive um Kapitain Marcel Maltritz absolvierte die 90. Minuten nahezu fehlerfrei ohne die inzwischen traditionellen Böcke. Auch Christoph Dabrowski erweckte den Eindruck als könne er wieder an längst vergessene Zeiten anknüpfen und wirkte neben dem serbischen Neuzugang Milos Maric endlich mal wieder wie ein Turm in der Schlacht. Überhaupt Maric. Er wirbelte nahezu überall herum und man bekam tatsächlich den Eindruck, als habe der VfL endlich mal wieder einen gelungenen Transfer getätigt, der nicht erst eine Hinrunde Eingewöhnungsphase brauche.
Eben jene Eingewöhnungsphase brauchte offensichtlich Sommerneuzugang Zlatko Dedic, der mit seinem ersten Treffen für den VfL in der 36. Minute auf 0:2 erhöhte. Bemerkenswert an diesem Treffer war und bleibt: er fiel nach einer Ecke. Selbst mein Uropa konnte sich nicht mehr daran erinnern, wann der VfL zuletzt nach einer eigenen Ecke selbst ein Tor erzielte und sich nicht nach eben jener Situation im direkten Gegenzug einen Gegentreffer fing. Dass Dedic fürs Jubeln die gelbe Karte sah: geschenkt. Denn hoffentlich streifte er sich mit dem Trikot auch jene Last vom Buckel, die ihn bis dato am Status eines Scorers hinderte.
Im weiteren Verlauf offenbarten die blau-weißen Halbgöttern mit Glück und Geschick den Fohlen, wie man trotz des zwischenzeitlichen Anschlusstreffers in der 80. Minute eine Führung über die Zeiten rettet und stellten sich dabei nicht so selten dämlich an wie die Gladbacher im Hinspiel, denen selbst ein Vorsprung von drei Toren nicht ausreichte, um im Ruhrstadion zu gewinnen. Apropos im Ruhrstadion gewinnen: vier Spiele in Folge ist der VfL auswärts nun ungeschlagen, drei dieser Spiele in der Fremde konnte er sogar gewinnen. Und sicherlich sind Auswärtssiege schon eine ziemlich geile Angelegenheit, aber der Anhänger des VfL würde auch gerne mal wieder zu Hause essen und Siege feiern. Und welches Spiel bietet sich besser an den Heimfluch zu besiegen als das kommende Wochenende, wo die Buerer an der Castroper Straße vorspielen. Und wenn der VfL selbst nicht in der Lage sein sollte, den Siegtreffer zu erzielen, kann ein Neu-Buerer brasilianischer Herkunft in der 93. Minute Schützenhilfe leisten….Und es wäre mehr als wünschenswert, wenn Stani Sestak am kommenden Samstag ebenfalls sein liebenswertes “Wir sind gewonnen heute!”-Fazit ziehen könnte und man solche Bilder wie nach dem Sieg in Gladbach auch endlich wieder im Ruhrstadion sieht:
Veröffentlicht in VfL Bochum 1848 | Schlagwörter:Christoph Dabrowski, Marcel Maltritz, Milos Maric, Stanislav Sestak, VfL Bochum 1848, Zlatko Dedic
Veröffentlicht in Unnützes Zeug