Verfasst von: Andreas Wiemers | 28. Januar 2009

Aus Spaß wird Ernst: auch Wagenknecht soll nun mitspielen!

Nach dem Konsum des Schwabedissen Textes wollte ich mich eigentlich zur Entspannung der morgigen Ausgaben der hiesigen Lokalzeitungen aus dem WAZ-Konzern im Internet widmen. Doch fiel ich fast vom Stuhl, als ich ausgerechnet in der Online-Ausgabe der NRZ Essen lesen musste, dass Sahra Wagenknecht (Frontfrau der Kommunistischen Plattform) im Essener Norden für den Deutschen Bundestag kandidieren soll. Nach Informationen der NRZ sei die Kandidatur von Wagenknecht im örtlichen PDS-Vorstand „gut angekommen“ und eine Entscheidung solle auf der Mitgliederversammlung „frühestens im März“ fallen.

Bis zu diesem Moment hielt ich Schwabedissens Beitrag zur Strategiediskussion der PDS NRW für den billigen Versuch, Lenins „Staat und Revolution“ für Nordrhein-Westfalen umzuschreiben. Nun muss ich aber feststellen, dass die Theorie und Taktik der proletarischen Revolution der PDS NRW nicht nur auf dem Papier existiert, sondern auch personell ausgerechnet mit Wagenknecht untermauert wird.

Jegliche weiteren Kommentare schenke ich mir an dieser Stelle und führe einfach ausgewählte Zitate von Wagenknecht aus ihrem „Werk“ „Marxismus und Opportunismus – Kämpfe in der Sozialistischen Bewegung gestern und heute“ an:

Über Stalins-Politik: „Und was immer man – berechtigt oder unberechtigt – gegen die Stalin-Zeit vorbringen mag, ihre Ergebnisse waren jedenfalls nicht Niedergang und Verwesung, sondern die Entwicklung eines um Jahrhunderte zurückgebliebenen Landes in eine moderne Großmacht währ end eines weltgeschichtlich einzigartigen Zeitraums […].“

Über die Wirkung Stalins-Politik auf die Bevölkerung: „Auch ein Verschwinden sozialistischer Ziele und Ideen aus dem öffentlichen Bewußtsein oder eine zunehmende Entfremdung der Bevölkerung gegenüber ihrem Staat sind nicht wahrnehmbar. Eher das Gegenteil.“

Über die Politik in der DDR: „Bis in die sechziger Jahre stellt sich also die Geschichte des DDR-Sozialismus als einheitlicher, folgerichtiger Prozeß dar.“

Über den Zusammenbruch des Sozialismus: Nicht der „Stalinismus“ – der Opportunismus erweist sich als tödlich für die gewesene sozialistische Gesellschaftsordnung; nicht die marxistisch-leninistische Traditionslinie scheiterte, sondern wiederum und zum unzähligen Male die des alten Trade-Unionismus, die Bernsteins und Kautskys, die der reformistischen Sozialdemokratie.“

Warum Deutschland eine revolutionäre Partei braucht: „Auch perspektivisch bedarf es einer revolutionären Partei, weil nur sie in der Lage ist, die sozialistische Überwindung des Imperialismus zu propagieren, vorzubereiten und schließlich zu erkämpfen.“

…offensichtlich und begrüßenswerter Weise kann die PDS in NRW im Gegensatz zu ihren hessischen Parteifreunden nicht bis zum erstmaligen Einzug in den Landtag die Füße still halten, sondern zeigt netterweise im Super-Wahljahr 2009 wie sie wirklich tickt!

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