Verfasst von: Andreas Wiemers | 1. Februar 2009

Play-Offs: best of five & der VfL kann doch noch gewinnen!

Nunmehr haben die „Play-Offs“ endlich begonnen und der VfL streitet sich mit Arminia Bielefeld, Energie Cottbus, dem Karlsruher SC und Borussia Mönchengladbach um die Klassenerhalt sichernden Plätze 14 & 15. Im Grunde fing der erste Tag dieser Play-Offs relativ beschissen an: Nach dem Konsum der besten-Currywurst-wo gibt bei Dönninghaus musste ich doch tatsächlich den Weg vom Bochumer Engelbert-Brunnen zum Ruhrstadion mit einer Straßenbahn der Bogestra, die mit Emblem und Name des ungeliebten Nachbarn aus Ückendorf zugekleistert war, auf mich nehmen. Angesichts dieses unheilvollen Vorzeichens hatte ich mich eigentlich schon emotional auf eine weitere Niederlage des tollsten Clubs der Welt eingestellt.

Doch wusste der VfL nach 140 sieglosen Tagen angestauter Frustration zumindest ergebnistechnisch mit einem 2:0 gegen den Karlsruher SC zu überzeugen.

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VfL Bochum 1848 - Karlsruher SC 2:0

Dabei erlebte ich nach dreizehn sieglosen Spielen in Folge nicht nur das Gefühl eines 3ers völlig neu: Nach gefühlten 1848-Jahren erzielte der VfL zu allem Überfluß sogar mal wieder ein Tor nach einer Standardsituation. Schade nur, dass der VfL nach diesem 1:0 durch unseren Alpenbomber ab der 27. Minute das Fußball spielen in dem Glauben, eine sichere Abwehr sei vorhanden, eingestellt hat, und mit dem sehenswert herausgespielten Tor von Diego „Winnetou“ Klimowitz in der 65. Minute zu einem schmutzigen Sieg gekommen ist. Denn die wenigen klareren Chancen hatte zumindest bis zu diesem Zeitpunkt der Gast aus Karlsruhe.

Positiv als auch leider negativ erwähnenswert ist die Protestaktion gegen die Degradierung einhergehend mit dem Verkauf unseres ehemaligen Capitanos Thomas Zdebel. Hatten die VfL-Fans in ungewohnter Einigkeit beim Verlesen des Mannschaftsaufstellung jeden Nachnamen der eingesetzten VfL-Zaubermäuse mit lautstarken „Zdebel“-Rufen ersetzt, was selbst den ansonsten coolen Stadionsprecher ein wenig aus der Fassung brachte, und beim Einlaufen der Mannschaften tausende Plakate mit Zdebels Rückennummer „8“ hochgehalten,

Pro Zdebel

Pro Zdebel

wusste VfL-Sportvorstand Thomas „Gustl“ Ernst diese Aktion der Fans nicht anders zu kommentieren als

Die Fans verstehen uns nicht, dann müssen wir sie auch nicht verstehen.

Deutlicher kann es eigentlich kaum noch zum Ausdruck gebracht werden, dass die Meinung der Fans in der Altegoerkratie im Grunde für die Katz ist und man sich einen Scheiß darum kümmert, was jene Fans, die mit Kauf von Eintrittskarten und Fanartikeln trotz dürftiger Leistung das Wohl und Wehe des Vereins stets unterstützen, zählt. Dass den Fans eben die Zukunft des VfLs mehr als anderen am Herzen liegt, bewiesen sie einmal mehr dadurch, dass sie die Protestaktionen auf die Minuten vor Anpfiff beschränkten und die Mannschaft in den 90 Spielminuten ohne wenn und aber unterstützten. Hierzu passte dann auch, dass der äußerst beliebte Cheftrainer entgegen sonstiger Gewohnheiten beim Aufwärmen der Spieler nicht auf dem Spielfeld gesichtet wurde. Das kahnsche „Eier zeigen“-Prinzip funktioniert in der Führungsetage des VfLs offensichtlich nur, wenn Disziplinarmaßnahmen zur Hand sind. Bei Protesten der eigenen Fans gegen die eigene „Politik“ zeigt sich die Führungsriege einmal mehr völlig hilflos und reagiert in gewohnter Art und Weise am Ziel vorbei. Wer dem Klassenerhalt damit nachhaltiger schadet, Fans oder Altegoerkratismus, bleibt bewusst dahin gestellt.

Nichts desto trotz weiß ich nach wie vor mit dem Gefühl eines Sieges nach dreizehn Spielen nichts anzufangen. Vielleicht stecke ich nun erst mal meine Kicker-Tabelle um, erfreue mich an Platz 15 und schaffe es irgendwann daran zu glauben, dass das bißchen Klassenerhalt sich von alleine macht und die bösen, bösen Fans sicherlich von selbst bald alles wieder gut und toll finden, was die Herren Altegoer, Ernst und Koller ihnen vorsetzen.

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