Verfasst von: Andreas Wiemers | 21. Februar 2009

Bis 17:08 Uhr war die Fußball-Welt noch in Ordnung…

Nach einem wunderschönen Fallrückzieher in der 30. Spielminute von Winnetou „Diego“ Koslowski, der den VfL auf der Bielefelder Alm mit 1:0 in Führung brachte, war ich durchaus guter Dinger, nach 287 Tagen endlich mal wieder einen Auswärtssieg des VfL Bochum 1848 feiern zu können. Doch wie so oft nach einer Führung stellte die tollste Mannschaft der Welt das Fußball spielen wieder ein und beschränkte sich auf Ergebnisverwaltung in bester Beamtenmanier. Dumm nur, dass der VfL hierzu einfach nicht in der Lage ist und jeder Versuch, einen auf „abgeklärte Spitzenmannschaft“ zu machen und das Ergebnis über die Zeit zu retten, sang- und klanglos scheitert. Diese Erkenntnis ist aber in Bochum noch nicht ausgereift und daher versucht man es einfach immer wieder. Fast schon eine logische Konsequenz der Bochumer Passivität war daher der 1:1-Ausgleich durch die Ostwestfalen in der 83. Minute.

Die 83. Minute bzw. 17:08 Uhr überhaupt! Bis dahin war die Fußballwelt noch in Ordnung und es schien, als könnte ich mich auf befreites Wochenende einstellen. Abgesehen von der kosmetischen Störung in Form eines 1:1 der Rache des Ostens für die Wiedervereinigung gegen Bremen, lief der Spieltag bis zu diesem Zeitpunkt nahezu perfekt. Doch dann traf Mijatovic für die Ostwestfalen, Neuville traf zum Sieg der Gladbacher gegen Hannover und zu allem Überfluss erzielten die Lausitzer auch noch in der 90. Minute den Siegtreffer gegen die Hansestädter aus Bremen. Dämlicher hätte es für den VfL, der sich nun wieder auf dem Relegationsplatz befindet, eigentlich nicht laufen können.

Doch worüber soll man sich beschweren, wenn die eigene Mannschaft nicht gewillt ist, mal wieder einen Auswärtsdreier einzufahren. Da bringen im Grunde auch Blicke auf die direkte Konkurrenz nichts ein, wenn die eigenen Haus- bzw. Auswärtsaufgaben nicht erledigt werden. Grund zur Beschwerde lieferte allenfalls Schiedsrichter Lutz Wagner, der offensichtlich schon lange nicht mehr seine Sehstärke hat kontrollieren lassen. Doch auch wirklich ärgern tut mich das dann auch nicht mehr; denn inzwischen habe ich mich mit dem Schlachtruf „Wir kriegen nie nen Elfmeter“ abgefunden. Bochum muss die für den Klassenerhalt wichtigen Tore halt aus dem Spiel heraus erzielen. Denn egal, ob es eine Tätlichkeit im gegnerischen Strafraum gibt oder ein Bochumer einfach umgesäbelt wird, ist dies für die so genannten Unparteiischen noch lange kein Grund im Sinne des VfL auf den Punkt zu zeigen.

Meine Wochenendlaune ist auf jeden Fall ab der 83. Minute dramatisch in den Kohlenkeller gerutscht und ich weiß noch nicht mal, wen ich dafür verantwortlich machen soll: den blinden Schiedsrichter, die dummerweise punktende Konkurrenz, das Unvermögen das VfL, die indiskutable Leistung des VfL in der zweiten Halbzeit gegen spielerisch äußerst limitierte Ostwestfalen oder einfach generell das Schicksal. Sei es wie sei: was ein scheiß Spieltag und der Klassenkampf wird immer unentspannter.

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