Verfasst von: Andreas Wiemers | 9. März 2009

Wanted: Innenverteidiger mit Bundesliganiveau

„Männergruppe sucht dynamischen jungen Mann im Alter von 18 bis ca. 33 Jahren mit Innenverteidigerqualitäten. Geboten wird ein homogenes Umfeld und Körperkontakt mit internationalen Top-Stürmern.“

So ähnlich könnte derzeit eine Kontaktanzeige des VfL Bochum 1848 nach dem gestrigen Spiel gegen Bayer Leverkusen lauten. Konnten die verletzungsbedingten Ausfälle von Marcel Maltritz und Anthar Yahia durch Marc Pfertzel und Mergim Mavraj überraschend adäquat kompensiert werden, muss der VfL ausgerechnet gegen die No-Names Luca Toni und Miroslav Klose seine Innenverteidigung einmal mehr umbauen. Denn sich selbst hat der ansonsten überzeugende Mavraj mit einem selten dämlichen Handspiel im eigenen Strafraum aus dem Kader bugsiert. Dies hatte nicht nur für ihn persönlich die Ampelkarte zur Folge, sondern brachte auch einen Elfmeter für die selbst ernannte „Werkself“ mit sich, den Patrick Helmes in der 65. Minute zum 1:1 Ausgleich zu nutzen wusste.

Bayer Leverkusen - VfL Bochum 1848 1:1

Bayer Leverkusen - VfL Bochum 1848 1:1

In einem intensiv geführten Spiel, bei dem allen voran der VfL kämpferisch überzeugte und bisweilen auch sehenswerte Spielzüge offenbarte, ging der VfL in der 32. Minute nach einer Standardsituation in Führung. Linksfuß Christian Fuchs flankte einen Freistoß gefühlvoll in den in Düsseldorf gelegenen Leverkusener 16-Meter-Raum und einmal mehr war Interimskapitän Christoph Dabrowski zur Stelle, der seinen Spitznamen „Der Lange“ alle Ehre machte, höher als die Leverkusener Defensive sprang und per Kopf die „Unbeugsamen aus dem Revier“ mit seinem inzwischen sechsten Saisontreffer 1:0 in Front brachte. Dass die Führung überhaupt bis zur 65. Minute bestand hatte, war allen voran unserer Nummer 1 Daniel Fernandes und dem Unvermögen der Herren Kießling und Helmes zu verdanken, die beste Chancen ungenutzt ließen oder aber an einem reaktionsschnellen Fernandes scheiterten. Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle, dass auch der VfL gute Möglichkeiten hatte, auf 2:0 zu erhöhen. Aber diese Chancen blieben, ebenso wie die weiteren Leverkusener Versuche in Überzahl den Führungstreffer zu erzielen, ungenutzt. Insbesondere für Fernandes, der in den letzten Wochen nicht immer eine glückliche Figur in seinem grellfarbenden Torwarttrikot machte, freut es mich, dass er den Punkt in der Fremde festhielt. Wenn nun auch noch seine Abschläge nicht mehr Eindruck erwecken, als würde er den Ball gegen eine Gummiwand dreschen, wird man sicherlich noch viel Freude an ihm haben.

Den ansonsten gelungen Auftritt der zahlreichen VfL-Fans, die mit lautstarkem Support der Mannschaft zur Seite standen, brachte mal wieder jene Gruppe in Misskredit, die als erste dabei ist „Fußballfans sind keine Verbrecher“ zu skandieren: Nach Spielschluss machte sich eine Gruppe Ordner an die Aufgabe, die unzähligen aus der Verankerung gerissenen Sitzreihen zu protokollieren. Vielleicht sollte mal jemand diesen Jungs erklären, dass Sachbeschädigung auch eine Straftat ist. Hatte ich mich während des Spiels noch darüber aufgeregt, dass die „grünen Freunde“ die VfL-Fans mal wieder filmten, muss ich reumütig eingestehen: zu recht!

Advertisements

Kategorien