Verfasst von: Andreas Wiemers | 22. März 2009

Auswärtssiege sind schön!

314 bisweilen schmerzvolle Tage und unzählige Fahrten in die Fremde musste mein Bochumer Fußball-Herz warten, um endlich wieder einen langersehnten Auswärtssieg feiern zu können. Gut, zwischendrin lag sicherlich noch der Sieg in der 1. DFB-Pokalrunde bei Preußen Münster, aber zum einen hat der Pokal ja bekanntlich seine eigenen Gesetze und zum anderen denke ich nicht wirklich gerne an diesen viel zu nervenaufreibenden Elfmeterkrimi zurück. Umso lieber werde ich den wichtigen Sieg gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt am vergangenen Freitag in Erinnerung halten: 0:1 gewann der VfL beim niederrheinischen VfL-Abklatsch im Nordpark und konnte so nach langer Zeit endlich mal wieder drei Punkte aus der Fremde entführen.

Borussia M'Glachbach - VfL Bochum 1848 0:1

Borussia M'Glachbach - VfL Bochum 1848 0:1

Insbesondere den VfL-Jungstars war es zu verdanken, dass der Trainer-Opa Hans Meyer seine kleine Siegesserie mit der Elf vom Niederrhein nicht fortsetzen konnte. Richteten sich im Vorfeld des Spiels alle Blicke auf Bochums Baby-Innenverteidigung mit Mergim Mavraj (22 Jahre) und Patrick Fabian (21 Jahre), rückte sich Dennis Grote (22 Jahre) mit einem unhaltbaren Linksschuss ins rechte untere Eck in der 29. Spielminute selbst in den Mittelpunkt. Grote rechtfertigte damit das Vertrauen, dass Marcel Koller ihm zwar endlich mal wieder, aber für die meisten mitgereisten VfL-Fans doch sehr überraschend, entgegenbrachte.

Mit so viel jugendlichem VfL-Enthusiasmus war Mönchengladbach vor allem in der ersten Halbzeit überfordert und fand nicht wirklich eine Antwort auf die kompaktstehenden Bochumer, die das Heft des Handelns bisweilen sehr gut in der Hand hatten. Dann kam die Pause und Bochum verfiel einmal mehr in den alten Trott zurück. Anstatt das Spiel weiter anzunehmen, beschränkte sich der VfL mal wieder auf pure Abwehrarbeit und legte sein Schicksal in Gladbacher Hände bzw. Füße. Ausgerechnet mit der stark dezimierten, aber guten „Baby-Abwehr“ gelang etwas, was beim VfL in dieser Saison noch nicht klappte: man spielte eine 1:0 Führung über die Zeit! Mit allen legalen Mitteln wurden erfolgreich die Torschüsse der Gladbacher verhinderte, profitierte dabei vom niederrheinischen Unvermögen und konnte sich neben Fabian und Mavraj auf die unermüdlich rackernden Christian Fuchs, Capitano Christoph Dabrowski, Mathias Concha und Stürmer Diego Klimowicz verlassen. Auch Torhüter Daniel Fernandes erwischte zumindest auf der Linie mal wieder einen guten Tag und stand jeder Gladbacher Einschussmöglichkeit erfolgreich im Weg. Sollte allerdings in den nächsten Tagen jemand graue Haare bei mir finden – eine Belohnung für den Fund ist nicht ausgeschrieben -, so sind diese zu 99,9 Prozent den völlig grotesken Abschlägen und der Strafraum“beherrschung“ unseres Multi-Kulti-Torwarts zu verdanken.

Der VfL feiert den Auswärtssieg in Gladbach

Der VfL feiert den Auswärtssieg in Gladbach

Knapp zwei Jahre nach dem schönen 2:1-Sieg in Glachbach, der durch das Abschiedstor im letzten Pflichtspiel von Dariusz Wosz gekrönte wurde, war es auch dieses Jahr mal wieder ein lohnenswerter Ausflug nach Gladbach, der dem VfL ein wenig Luft im Abstiegskampf einbrachte. Allerdings frage ich mich wieder, wieso man ein Stadion in die Pampa setzt und nicht für eine entsprechende Anbindung an den ÖPNV sorgt. Denn insgesamt hat die Busfahrt von Rheydt zum Stadion und wieder zurück langer gedauert als die Fahrt Essen-Rheydt-Essen. Aber auch dieses Gefühl kenne ich, ebenso wie den Siegesrausch in Gladbach, aus vergangenen Jahren…same procedure as every year in Gladbach!

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