Verfasst von: Andreas Wiemers | 29. März 2009

Neuer Name, altes Personal: Kommunismus reloaded in der Landesliste der L.PDS in NRW

Einmal ganz davon abgesehen, dass sich unter den ersten fünf Kandidatinnen und Kandidaten der L.PDS in Nordrhein-Westfalen für den Deutschen Bundestag ein ehemaliges Mitglied des Bundes Westdeutscher Kommunisten (Lötzer), eine Mitbegründerin des Kommunistischen Bundes (Jelpke), ein ehemaliges Mitglied der DKP (Schäfer) und die Sprecherin der Kommunistischen Plattform (Wagenknecht) befinden, verabschiedet sich die PDS-Nachfolgepartei mit diesem Personalangebot immer weiter in das politische Paralleluniversum Fundamentalopposition. Dies passt allerdings bestens zum politischen Gesamtkonzept der L.PDS in NRW. Denn die NRW-Landesvorsitzende negierte unlängst jeden politischen Gestaltungswillen, da „in den herrschenden Sachzwängen“ die Umsetzung linker Politik ihrer Auffassung nach ohnehin nicht möglich sei. Insofern ist es zumindest konsequent, wenn dieser Politikansatz nunmehr auch personell unterstrichen wird.

Ansonsten zeigt die Landesliste der L.PDS einmal mehr auf, dass sich hinter der selbst ernannten Linken die alte PDS versteckt: von den ersten fünf Listenplätzen sind vier mit Ex-PDSlern besetzt, die beiden Spitzenplätze sind zu 100 Prozent deckungsgleich mit dem Spitzenduett der PDS in NRW zur Bundestagswahl im Jahr 2002 und unter den ersten zehn Kandidaturen für den 17. Deutschen Bundestag sind gerade einmal drei Ex-WASGler vertreten. Da kann man eigentlich fast schon von einem Etikettenschwindel sprechen…

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