Verfasst von: Andreas Wiemers | 6. Mai 2009

Neuer Name, altes Personal II: Saddam-Verehrung ist nicht neu!

Aktuell berichtet Spiegel-Online über einen Dachauer Bundestagskandidaten der PDS-Nachfolgepartei, der offensichtlich große Sympathie zu dem ehemaligen irakischen Diktator Saddam Hussein hegt, den irakischen „Freiheitskampf“ hochleben lässt und die USA als „das grausamste und mörderischste Imperium seit Hitler“ bezeichnet.

Nun soll der L.PDS-Direktkandidatur von dieser Kandidatur von der Parteizentrale abgebracht werden und selbstredend wird in diesem Zusammenhang versucht, diese absurden Äußerungen als Einzelfall hinzustellen – wie auch jedes andere Parteimitglied, dass in regelmäßigen Abständen auftaucht und die Mauer begrüßt, den Schießbefehl rechtfertigt, die DDR als Rechtsstaat tituliert etc.

Nur leider handelt es sich hierbei nicht um Einzel-, sondern um Regelfälle. Insbesondere das seltsame Verhältnisse der Parteikader zum Irak und zu Diktatoren ist definitiv nicht neu. So hält der Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen aus dem Jahr 2003 fest:

Ein Mitglied des neuen Landesvorstands feierte etwa in einer von orthodoxen Überzeugungen geprägten Stellungnahme zum Irakkrieg »die tapferen Verteidiger von Basra, Kerbala, Nasirija, Bagdad« und ihren »kurzen, aber heroischen Kampf« gegen einen »amoralischen Gegenüber«. Der Verzicht auf den Häuserkampf wird als eine humanitäre Entscheidung der irakischen Regierung gewürdigt, welche die gleiche moralische Anerkennung verdiene, wie der Entschluss des serbischen Ex-Präsidenten Milosevic, sich dem »NATO-Terror« zu beugen, um die weitere Zerstörung der Infrastruktur zu verhindern.

Jenes damalige PDS-Mitglied sitzt übrigens bis heute nahezu ununterbrochen im Landesvorstand der L.PDS in Nordrhein-Westfalen und erhält auf Parteitagen nicht wirklich schlechte Ergebnisse…Aber gut, dass dies alles nur Einzelfälle sind – oder?

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