Verfasst von: Andreas Wiemers | 24. April 2010

Wo ein Wille ist, ist kein Weg!

Mit einer kämpferischen Rede auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart hatte VfL-Coach Heiko Herrlich die Messlatte für Willen und Kampfbereitschaft hoch gelegt. Gestern oblag es der Mannschaft ihrem Trainer zu folgen oder ihn und die Fans im Stich zu lassen. Nach der weiteren und schmerzhaften 0:2-Heimpleite muss man festhalten, dass die Mannschaft sicherlich Gewinnen wollte und gekämpft hat, ihr aber schlichtweg die Qualität fehlt. Ob ihr letztendlich auch die Qualität für die 1. Bundesliga in nackten Zahlen fehlt, wird sich leider erst am 8. Mai herausstellen. Derzeit sieht es allerdings so aus, als passen Erstligafußball und der VfL Bochum 1848 nicht mehr wirklich zusammen. Die Hoffnung stirbt sicherlich zuletzt, aber zumindest meine Hoffnung liegt auf dem Sterbebett.

VfL Bochum - VfB Stuttgart Angefeuert aus der Ostkurve und Block A malochten die Blau-Weißen 90 Minuten lang unten auf dem Rasen, ohne sich allerdings auch nur ansatzweise eine zwingende Torchance zu erarbeiten. Eiskalt waren hingegen die Stuttgarter, die mit ihren beiden Toren in der 14. und 18. Spielminute Bochumer Unzulänglichkeiten ausnutzten und frühzeitig den Sack zu machten. Bisweilen ist es schon arg deprimierend, wie einfach es dem Gegner gemacht wird, Tore zu erzielen: Stimmt einmal die Einstellung der Mannschaft, dann konterkariert sie dies wieder selbst, in dem sie sich in der Defensive wie ein Hühnerhaufen verhält. Im Grunde kann man sich glücklich schätzen, dass Stuttgart sich mit den zwei Toren zufrieden gab und ihr Spiel in den „Verwaltungsmodus“ umstellten. Denn von denn absolut harmlosen Bochumern, oder wie der Kicker titelt: „Bochum an Harmlosigkeit nicht zu überbieten„, hatten die biederen Schwaben nichts zu befürchten.

Armselig und verzweifelt waren die Bochumer Bemühungen, sich dem gegnerischen Tor zu nähern und Herrlich wird sich fragen lassen müssen, warum er auf diese Chancenlosigkeit nicht frühzeitig reagierte und zum Beispiel Slawo Freier und Vahid Hashemian eingewechselt hat. Allenfalls Mimoun Azaouaghs Einwechselung in der 62. Minute kann man als Versuch werten, das Angriffsspiel beleben zu wollen. Der wenige Minuten später folgende Wechsel eines Stürmers für einen Stürmer fällt schon nicht mehr in diese Kategorie. Positiv beeinflusst haben die Auswechselungen das Bochumer Spielgeschehen allerdings nicht.

Trotz dieser erschreckend schwachen Offensivbemühungen stimmte allerdings über die gesamte Spielzeit der Support aus der Kurve. Allerdings stelle ich mir die Frage, ob das wirklich noch Unterstützung war oder vielmehr Beileidsbekundungen für die elf Blau-Weißen waren, die sich redlich bemühten, aber es einfach nicht können. So lautet einmal mehr das äußerst deprimierende Fazit! Es sind nicht die Heimschlappen gegen Stuttgart und Hamburg, die den Abstieg besiegeln könnten. Wenn, dann wären die verschenkten Punkte zu Hause gegen Nürnberg, in Freiburg und in Köln, ausschlaggebend für den sechsten Abstieg des VfL. Umso ärgerlicher ist es, dass die Mannschaft in jenen drei Spielen die Primärtugenden vermissen lassen hat. Allerdings wissen wir seit gestern auch: wo ein Wille ist, ist kein Weg – zumindest nicht für den VfL!

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