Verfasst von: Andreas Wiemers | 13. August 2010

2×3 macht 4 widdewiddewitt und 3 macht Neune!!

Wir befinden uns am 85. Tag nach Veröffentlichung des Manifestes. Die ganze VfL-Gemeinde hat erkannt, dass es nach dem sechsten Abstieg so nicht weitergehen kann. Die ganze VfL-Gemeinde? Nein! Ein von unbeugsamen Gedanken beseelter Journalist hört nicht auf, dem Eindringling „Erneuerung“ Widerstand zu leisten. Und so ist das Leben nicht leicht für jene, die sich in sachlichen, fairen und konstruktiven Gesprächen darum bemühen, der Beziehung zwischen Fans, Mitgliedern und Verantwortlichen des Vereins ein neues Fundament zu geben.

Aber aus seinem Betrachtungswinkel ist das Verteufeln von Veränderungen und der Veränderungswilligen zumindest stimmig. Verkündete er doch erst kürzlich, die Fan-Initiative „Wir sind VfL“ würde Dinge verändern wollen, „die in Bochum vielleicht gar nicht zu verändern sind.“ Gleichwohl wirkt es fast – aber auch nur wirklich fast – sympathisch, wenn er den Anspruch, beim VfL Bochum 1848 etwas verändern zu wollen, damit gleich setzt, man wolle „die Welt aus den Angeln […] heben.“ Interessanterweise setzt er die Fan-Initiative dieser Logik folgend aber nicht mit Gewichthebern gleich, sondern bezeichnet sie salopp als „Unterschriftensammler“. Im Grunde nicht wirklich falsch, dennoch eine desavourierende Bezeichnung einer Gruppe, die zweifellos Unterstützer sucht, gleichzeitig aber Konzepte und Ideen entwickelt, um den Verein zu verändern. Davon hat er sich dann auch höchst persönlich ein Bild auf der Fankonferenz der Initiative gemacht. Und spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte jedem, aber auch wirklich jedem, klar sein müssen, dass es nicht ums Sammeln von Unterschriften geht.

Während er aber noch davon ausgeht, dass die blau-weiße Welt völlig in Ordnung sei und „es tief im Westen beim VfL immer noch viel besser [ist], als man glaubt„, haben die Verantwortlichen des Vereins allerdings schon andere Konsequenzen gezogen. In einer Sonderausgabe des Mitgliedermagazins teilte der Verein mit, dass er „mit denen in einen konstruktiven Dialog treten [will], die zuletzt Kritik an der Vereinsführung geübt haben.“ Und dass dieser Dialog derzeit tatsächlich konstruktiv geführt, sollte für einen Journalisten, der einen ziemlich guten Draht an die Castroper Straße hat, einfach zu recherchieren gewesen sein. Auch dass der Verein bereits „verschiedene Maßnahmen eingeleitet und zum Teil auch schon umgesetzt [hat], um die Arbeit innerhalb des Vereins transparenter und damit auch nachvollziehbarer zu machen“ – wie VfL-Aufsichtsratsvorsitzender Werner Altegoer heute in einem Interview mitteilte, ist an diesem Journalisten offenbar spurlos vorbei gegangen. In Bochum sind seiner Meinungen nach Veränderungen halt nicht notwendig. Das wird nicht akzeptiert, selbst wenn sie schon stattfinden. Selbst wenn der Verein diese umsetzt.

Anstatt diese Prozesse wahr zu nehmen und entsprechend zu berichten, holt er, wie erst gestern wieder, seine publizistische Keule raus und beklagt sich, dass „einige Zeitgenossen es noch nicht aufgegeben [haben,] alles, aber auch wirklich alles am VfL zu kritisieren.“ Woran er diese These festmacht, legt er allerdings leider nicht dar. Gleichwohl lässt das Argument mit den Nachwuchsspieler vermuten, dass er sich einmal mehr auf das Manifest der Unterschriftensammler bezieht. Schlussendlich richtet er den Appell an diese Zeitgenossen, den Verantwortlichen des VfL „mit Fairplay zu begegnen.“ Aha! Das unterstellt allerdings, man habe unfair agiert. Wo, wie und wann das stattgefunden haben soll, dieses Geheimnis behält er aber gut behütet zwischen seinen Ohren versteckt. Es ist ja auch deutlich einfacher, einfach mal so eine Behauptung unbegründet in den Raum zu werfen. Dies kann man dann noch wunderbar mit der These unterstützen, man würde die Transferpolitik des VfL nicht anerkennen wollen. Auch hier stellt sich die Frage, woher er dies nimmt. Nicht nur, dass niemand so etwas behauptet hat, es ist zudem schlichtweg falsch!

Wahr hingegen ist, was der Aufsichtsratsvorsitzende heute sagte: „Wir führen Gespräche mit Vertretern der Fans und mit vielen Mitgliedern, weil man nur durch Gespräche weiter kommt und letztlich gemeinsam den Verein unterstützt.“ Und vielleicht fragt der von unbeugsamen Gedanken beseelte Journalist vor seinem nächsten Pamphlet einfach mal nach. Wenn er schon nicht mit der Fan-Initiative reden will (was er bis dato tatsächlich noch nicht gemacht hat), dann kann er doch wenigstens mal bei den von ihm völlig unnötig beschützten Personen nachfragen…

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Responses

  1. Hallo Andreas,

    mir ist gestern auch die Hutschnur geplatzt. Habe das Thema gestern deshalb zum Diskussionsthema der Reviersport-Online-Ausgabe gemacht.

    http://www.reviersport.de/community/forum-showposts-6076-p1.html#389418

    Was hälst du davon, wenn wir den mal zu nem Interview einladen und das auf den Iniseiten veröffentlichen. So geht es ja nicht weiter.

    Gruß, Martin


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