Verfasst von: Andreas Wiemers | 24. August 2010

1. Therapiesitzung im neuen Jahr

Einen unerwartet schönen Abend konnte ich gestern in den Armen der eigentlich verhassten Westtribüne erleben. War unser erstes Mal am 30. September 2004 noch von unvergesslichen Negativerlebnissen geprägt, führte uns das Schicksal „Stehplatzsperre“ nach sechs Jahren wieder zusammen und gab so unserer Liebe eine zweite Chance. Doch nicht nur der Block G buhlte an diesem Abend um meine Zuneigung. Auch Du hast Dich auf dem heiligen Rasen des Ruhrstadions redlich bemüht, unserer Beziehung eine neue Grundlage zu geben. Ich finde es überaus positiv, wie Du die Ratschläge unseres neuen Eheberaters Friedhelm Funkel beherzigst und nun deutlich offensiver als noch bei dem unrühmlichen Versuch in dieser Stadt bei Frankfurt um mein blau-weißes Herz kämpfst.

Zweifellos herrscht zwischen uns nach den empfindlichen Vertrauensbrüchen und Enttäuschungen in den letzten Jahren nicht direkt wieder eitler Sonnenschein, aber diese Mischung aus Leidenschaft und Einsatzwille für unser zukünftiges Miteinander, garniert mit asiatischen Köstlichkeiten, weiß auf jeden Fall zu gefallen. Nun gilt es abzuwarten, ob es sich wieder einmal nur um eine Deiner üblichen Eintagsfliegen handelt, oder ob Du tatsächlich gewillt bist, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Allerdings reicht es nicht aus, mir so wie gestern Abend drei stattliche Argumente mit auf den Weg zugeben, wenn Du die bekannten und kritisierten Schwächen nicht über Bord werfen kannst. Es schürt nämlich meine Eifersucht mit anzusehen, wie einfach Du es Fremden machst, bei Dir eventuell doch zu punkten.

Aber ich erkenne an, dass Du Dich redlich bemühst, für unsere gemeinsame Zukunft kämpfst und bereit bist, dafür neue Wege zu beschreiten. Dass ich allerdings erst fremdstehen musste, um Dich endlich zu diesem großen ersten Schritt zu bewegen, nehme ich Dir schon ein wenig übel!

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