Verfasst von: Andreas Wiemers | 6. November 2010

Zieht dem Luthe das Torwarttrikot aus…

Im Grunde ist es zum verrückt werden, was dieser Verein namens VfL Bochum 1848 mit einem macht. Wenn man voller Hoffnung zu den Spielen geht, wird man bitterböse enttäuscht. Aber kaum hat man sich widerwillig damit abgefunden, dass man die Schweineliga wohl etwas länger als neues Heim betrachten muss, weckt die Mannschaft doch wieder ganz leise Hoffnungen auf den sechsten direkten Wiederaufstieg ins Oberhaus. Ob diese Hoffnungen vielleicht berechtigt sein könnten oder ob es nur ein weiterer Versuch der Mannschaft ist, mich in den Wahnsinn zu treiben, kann sie am übernächsten Montag gegen den Tabellenführer beweisen.

Denn zumindest gegen den FSV Frankfurt bekam man als einer von nur 10.731 Zuschauern endlich mal wieder den VfL Bochum 1848 zu sehen, den man sich wünscht. Die vorangekündigte Galligkeit blieb keine leere Phrase. Stattdessen wurden Worte in Taten umgesetzt und man bekam eine Mannschaft präsentiert, die die Leidenschaft am Fußball und die Lust auf Siege wieder entdeckt haben könnte. Sicherlich war nicht alles Gold was glänzte und es ist noch viel Luft nach oben, aber immerhin und bisweilen auch ein wenig unerwartet, sendeten unsere Vertreter auf dem Rasen ein Lebenszeichen in Richtung der spärlich besetzten Tribünen. Offenbar hat sich in der Mannschaft nun doch jene Gruppe durchgesetzt, die ganz gerne wieder aufsteigen möchte und auch bereit ist, dafür etwas zu investieren. Dass dabei neben Christoph Dabrowski und Slawo Freier auch Andreas Johansson eine bedeutende Rolle spielen würde, hatte ich ebenso wenig erwartet, wie den gestrigen Sieg. Ziemlich überraschend kickte der Schwede von Anfang an und machte über die vollen 90 Minuten sowohl spielerisch als auch vom Einsatzwillen eine wirklich gute Figur. Ein Schachzug, zu dem man Friedhelm Funkel gratulieren muss.

Die ärmste Bochumer Sau auf dem Platz ist derzeit allerdings die neue Nummer 1 Andreas Luthe. Denn der arme Kerl, der gestern vermutlich als erster Bochumer Torhüter nach Jaroslav Drobny mal wieder einen Sieg gerettet hat, muss doch tatsächlich immer wieder mal in einem schwarz-gelben Trikot auflaufen. Abgesehen von der Tatsache, dass dies vermutlich das Augenkrebsrisiko fördert, bringe zumindest ich es nicht über das Herz, einen Spieler, der ein schwarz-gelbes Trikot trägt, zu feiern – selbst wenn er es so wie Luthe eigentlich verdient hätte. Das geht einfach nicht. Da bin ich Dogmatiker! Zieht dem Luthe also doch BITTEBITTEBITTEBITTE endlich mal jemand dieses hässliche Trikot aus und gebt ihm ein Neues. Von mir aus auch in rosa.

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Responses

  1. Endlich trägt man mal was Schönes in Bochum (statt dieses rosa Trikot letztens) und schon wird gejammert.

  2. Wir sind die bekannt überanspruchsvollen und kritischen Fans, da wäre es doch doof, nix zu meckern zu haben… 🙂


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