Verfasst von: Andreas Wiemers | 15. Mai 2011

„Weiter, immer weiter!“

Selbst ich kann es zwar nicht mehr hören, aber wer damals im grauen Vorherbst noch einen Pfifferling auf den VfL setzte, gehört wohl zur Gattung der Unverbesserlichen. Statt tiefster 2. Liga-Depression hat der VfL Bochum 1848 aber das Heft des Handels weiter in der Hand und kann über den Umweg der Relegation immer noch den 6. direkten Wiederaufstieg in Folge schaffen. Sicherlich nicht zufriedenstellend, geschweige denn beruhigend, aber ein Fetzen Hoffnung, den niemand im Herbst 2010 mehr gesehen hatte.

Doch aus dem Haufen unverbesserlicher Versager und Individualisten formte Chef-Coach Friedhelm Funkel eine Mannschaft, die wieder an sich glaubte und auf jeden Fall kämpferisch überzeugt. Resultat dieser Bemühungen dieses Engagements unseres Leibestrainers ist ein VfL, der am letzten Spieltag unter immensen Druck den Nachbarn aus Duisburg wieder nach Hause schickte und nach dem Zebraragout die Chancen auf ein Fohlenfilet besitzt. Versagten den blau-weißen Helden Osterhasen fast genau vor einem Jahr auf unverzeihliche Weise, boten sie dem mit Bochumer besetzten Ruhrstadion nunmehr die Gewissheit, dass die Mannschaft und der Verein leben. Zwischenzeitlich eng, aber dennoch klar, besiegte man den designierten Sch***e Bezwinger mit 3:1 und war nicht mehr auf Düsseldorfer Schützenhilfe angewiesen. Selbst das frühe 1:0 durch Mirkan Aydin konnte den VfL nicht mehr verunsichern, der sich am heutigen Tage das Heft des Handelns nicht mehr aus der Hand nehmen ließ. Statt des obligatorischen Ausgleichs erhöhte Giovanni Federico kurz nach seiner Einwechselung in der 82. Minuten auf 2:0. Nur fünf Minuten später überzeugte Aydin selbst den Pessimistischen des ausverkaufen Hauses und brachte den VfL endgültig auf Aufstiegskurs. Dass Duisburg in der 89. Minute noch den Ehrentreffer erzielte, war lediglich der Tatsache geschuldet, dass man den Meiderichern vor dem Spiel gegen Sch***e nicht vollends die Moral versauen wollte.

Nun stehen dem VfL nach dem heutigen zwei weitere Endspiele ins Haus, die gegen die Elf vom Niederrhein erfolgreich bestritten werden müssen. Während die Saison für Fürth, Frankfurt und St. Pauli also netterweise schon beendet ist, setzen die Fohlen und der VfL der spannungsgeladenen Saison die Krone auf und kämpfen um den verbliebenen Platz unter den besten 18. Dass Gladbach da nicht zugehört, haben sie vor allem in der Hinrunde bewiesen. Und dass Bochum unbedingt in die Bundesliga gehört, zeigt die Meisterschaft der Sauerländer in einer Liga, die ohne den VfL völlig aus den Fugen gerät. Für den VfL lautet also in den kommenden beiden Spielen das Kahnsche Motto „Weiter, immer weiter“. Für den ost-holländischen VfL stellt es allenfalls ein künstliches Wachkoma dar, dessen Geräte am 25. Mai 2011 endgültig abgeschaltet werden.

Wir steigen auf!

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Responses

  1. Wir wünschen den Bochumer viel Erfolg und viele Tore für Heute und auch für die Zukunft


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