Verfasst von: Andreas Wiemers | 20. Mai 2011

Mit der Wut im Bauch und der Leidenschaft im Bein werden wir Aufsteiger sein!

Selbstverständlich waren die eigentlich abgestiegenen ost-holländischen Fohlen Favorit gegen den eigentlich aufgestiegenen VfL Bochum 1848. Aber eigentlich zählt in einem Verband nicht viel, dem es finanziell extrem schlecht geht, der zwingend auf weitere TV-Einnahmegelder angewiesen ist und sich daher als zusätzliche Geldquelle eine weitere Überlebenschance für den eigentlich abgestiegenen Erstligisten überlegt hatte. Anstatt das Kind aber beim Namen zu nennen und es „gewinnmaximierende Bevorzugung des Erstligisten“ zu nennen, kramte man in der Mottenkiste und erinnerte sich an eine weniger eindeutig klingende Bezeichnung namens Relegation. Obgleich es sich originär um eine Verbannung handelt, erlaubte es der überaus großzügige DFB dem blau-weißen VfL an diesen beiden Spielen, die man lediglich in 182 Länder vermarkten konnte, teilzunehmen. Allerdings hatte man nicht erwartet, dass die blau-weißen Helden um Cheftrainer Friedhelm Funkel dieser Einladung auch so konsequent folgen und das beste Spiel der abgelaufenen Saison abliefern.

Sicherlich erspielte sich der abgestiegene Erstligist mehr klarere Chancen, doch hatte man die Rechnung anhand falscher Fakten gemacht. Denn seit geraumer Zeit verfügt der VfL mit Andreas Luthe wieder über einen Mann zwischen den Pfosten, der nicht gewillt ist, sein Netz innerhalb von 90. Minuten beschmutzen zu lassen. Dass die ost-holländischen Fohlen immer wieder an dem Nachfolger von Rein van Duijnhoven scheitern, Andreas Johansson sein bestes Spiel im VfL-Trikot macht, Marcel Maltritz kein Sündenbock sondern Bollwerk ist, 5.000 Bochumer Fans den Borussia Scheiß-Park in Grund und Boden singen, konnte man ebenso wenig erwarten, wie den Umstand, dass der Aufsteiger sich ebenfalls zahlreiche Chancen erspielte und dem Absteiger ein ebenbürtiger Gegner war.

Ein Klassenunterschied war in diesem offenen Spiel nicht erkennbar. Anstatt taktischen Geplänkels suchten beide Mannschaften aus einer gut gestaffelten Defensive ihr Glück in Offensivaktionen, die sowohl den Aufsteiger als auch den Absteiger immer wieder in Bedrängnis brachten. So viel Offenheit war dann natürlich zu viel des Guten, so dass Vorkehrungen getroffen werden musste, dass der Absteiger auch wirklich nicht absteigt. Allen voran Dante, dem im Rückspiel bei einer weiteren gelben Karte gesperrt wäre, erhielt von DFB-Inquisitor Günter Perl Narrenfreiheit und konnte nach Belieben Gegner umgrätschen oder umreißen. Stattdessen musste man diese Widerstand leistende Bochumer für das Rückspiel schwächen. Opfer dieses Prozesses wurde Björn Kopplin, der wiedererwartend stark aufspielte und so ausgebremst werden musste. Ein VfL Bochum ohne gelernten Rechtsverteidiger im Rückspiel wird dann hoffentlich im Rückspiel nicht mehr so widerspenstig sein.

Allerdings stand es ob der herausragenden Leistung von Luthe nach 90 Minuten immer noch 0:0. Irgendwie steckte ein Fehler in der Matrix. Also sollte Gladbach doch bitte nun die zwei Minuten Extrazeit nutzen, um die Ausgangsposition für das Rückspiel zu verbessern. Doch auch aus dieser Idee wurde nichts. Also dachte sich der DFB-Inquisitor so lange spielen zu lassen, bis dieser blöde Ball endlich mal in Luthes Netz landet. Damit es auch niemand merkt, täuschte man die VfL-Spieler und sagte ihnen, dass der Freistoss die letzte Aktion des Spiels sei. Es folgte noch ein Einwurf…und ein Tor! Und das sogar im richtigen Netz. Grund genug dann endlich doch abzupfeifen. Auftrag ausgeführt! Der Absteiger hat dann doch den Aufsteiger besiegt!

Beste Voraussetzungen also für das Rückspiel am Mittwoch, um die nach Ablauf der Saison geschaffenen sportlichen Fakten von den Füßen auf den Kopf zu stellen. Doch wird auch diese Rechnung ohne den VfL gemacht, der mit der grandiosen Unterstützung seines Anhangs, einer Trotzreaktion, einer gehörigen Portion Wut im Bauch und der Leidenschaft im Bein dann doch der Aufsteiger sein wird, der er eigentlich schon ist! Kämpfen und Siegen!

P.S.: Bei meinem näheren Stehumfeld in Gladbach entschuldige ich mich für etwaige blaue Flecken, Beulen und Ohrenschmerzen. Ich werde es Mittwoch wieder so machen…wenn bis dahin meine Stimme wieder da ist! 🙂

Ansonsten dazu auch:
90 min + 2 min + x min“ – Commando Bochum
Wut und Enttäuschung“ – RevierSport
Ein Skandal! Der zwölfte Mann half Gladbach“ – Sport Bild
Bochum verliert und tobt“ – Spiegel Online

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Responses

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