Verfasst von: Andreas Wiemers | 26. Mai 2011

WIR SIND VfL!

Noch nicht einmal mancher Meister der 2. Bundesliga konnte in den zurückliegenden Jahren auf durchaus anschauliche 65 Punkte kommen. Für den VfL Bochum 1848 sollte aber diese Hürde nicht reichen, um den sechsten direkten Wiederaufstieg in Folge zu schaffen. Stattdessen verbleibt eine eigentlich abgestiegene Borussia aus Mönchengladbach in der belle etage des deutschen Fußballs. Eine Mannschaft also, die sich mit viel Glück auf den drittletzten Platz der Bundesliga schieben konnte und es in den Belohungsspielen der DFL auf einen Treffer außerhalb der Nachspielzeit im Hinspiel, sowie zu einem Unentschieden an der Castroper Straße im Rückspiel geschafft gequält hat. Zu so viel Qualität kann man der Bundesliga dann abschließend nur gratulieren. Und mit Augsburg kommt nach Hoffenheim wenigstens ein weiterer Traditionsverein hinzu, der die Zuschauermassen mobilisieren wird. Wird also bestimmt wieder schön im Oberhaus, wo die TV-Quoten sicherlich genauso stimmen werden, wie beim gestrigen Relegationsrückspiel, das ja bekanntlich nur aus rein sportlichen Gründen praktiziert wird. Es ist ja auch völlig fair, wenn ein sportlich abgestiegener 70 Millionen Etat gegen einen sportlich aufgestiegenen 25 Millionen Etat noch eine weitere Chance erhält. Und damit auch niemand vom Sport abgelenkt wird, installiert die DFL dann auch mal schnell die eigene Bandenwerbung beim jeweils gastgebenden Verein. „Millionenpoker“ – wie der Stern schön zutreffend formuliert – wäre vermutlich der bessere Name für ein System, das die DFL unter dem Pseudonym Relegation vollzieht. Süßer die Kassen nie klingeln.

Beim VfL hingegen werden im zweiten Jahr Zweitklassigkeit die Kassen genauer kontrolliert und der Etat deutlich abgespeckt werden müssen. Ein Klassenerhalt, der dem VfL gut 10 Millionen Euro kostet. Vermutlich werden insgesamt nur noch 22,5 Millionen Euro zur Verfügung stehen, um das Gesetz der im-zweiten-Zweitligajahr-steigt-man-nicht-auf-Serie zu brechen. Obgleich mit weniger Geld ausgestattet, kann der Verein aber einen Gewinn auf seiner Seite verbuchen, der vielleicht entscheidend sein wird, um den vertagten Aufstieg dann halt im kommenden Jahr zu realisieren: Fans, Mannschaft, Verein und Stadt sind in den zurückliegenden Monaten wieder zu einer Einheit geworden. Wie stark diese Bindung wirklich ist, wird sich zeigen, wenn es bereits ab dem 15. Juli um das Projekt „Aufstieg – jetzt erst recht!“, es irgendwann montags gegen Aue geht oder wenn der Aufstiegsmotor ins Stocken gerät. Allerdings kann die Vereinsführung bis dahin ihre Möglichkeiten nutzen, um der neuen und intensiven Beziehung mit den richtigen Entscheidungen, die eine offene, lange und schonungslose Analyse der kompletten Saison voraussetzen, Stabilität zu geben. Denn dass es nicht zum direkten Wiederaufstieg gereicht hat, begründet sich vor allem an hausgemachten Problemen, die insbesondere in der Hinrunde mehr als deutlich erkennbar waren und gestern in den Offensiv“bemühungen“ ihren Abschluss fanden.

Allerdings kann man den gestern auf dem Platz kämpfenden Bochumer Jungen in blau und weiss keine Vorwürfe machen. Jeder hat gesehen, dass sie das Wunder von Bochum gemeinsam mit den Fans Realität werden lassen wollten. Letztendlich hat es aber leider nicht gereicht. Irgendwie muss man das akzeptieren. Auch wenn es extrem schwer fällt! Wir alle sind VfL! Gestern! Heute! Morgen!

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Responses

  1. […] WIR SIND VfL! (Andreas Wiemers: Lagerstätte) – Zum nicht-Wiederaufstieg des VfL Bochum. […]

  2. Die Meinung unterstützen wir auch. Wenn die Bochumer weiter so spielen wie am 25.05.11, dann
    schaffen die das auch im nächsten Jahr.


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