Verfasst von: Andreas Wiemers | 27. August 2011

Schlecht geträumt!

Meine Fresse, was war das für eine Nacht: Tatsächlich habe ich geträumt, der VfL Bochum 1848 stünde nach sechs Spieltagen in der 2. Bundesliga auf einem Relegationsplatz. Was vor wenigen Monaten noch Zuversicht hervorrief, kehrte sich plötzlich ins Gegenteil um. Anstatt im Aufstiegs- befand sich mein VfL nämlich plötzlich mitten im Abstiegskampf. Doch damit nicht genug. Denn bei einem Punktgewinn vom FSV Frankfurt oder bei einem Sieg des Tabellenletzten aus Aachen hätte mein VfL auf einen direkten Abstiegsplatz rutschen können und würde dort auch erst mal für mindestens zwei Wochen verharren. Was ich aus Liga 1 kenne, kann doch nicht auch in Liga 2 möglich sein.

Ein historisches Dokument: die schlechteste Platzierung des VfL in 40 Jahren Bundesliga nach 6 Spieltagen!

Ein historisches Dokument: die schlechteste Platzierung des VfL in 40 Jahren Bundesliga nach 6 Spieltagen!

Auf dem Rasen sah ich eine völlig verunsicherte Mannschaft, die sich zwar gegen den Niedergang stemmen wollte, aber die Kurve mal wieder nicht kriegt. Eine Mannschaft, die hilf- und planlos den Weg zum gegnerischen Tor sucht und sich dabei völlig verzettelt. Unnötige Ballverluste einhergehend mit einer fehlenden Grundordnung sowie kapitaler individueller Fehler im Defensivverhalten sorgten dafür, dass mein Verein im eigenen Wohnzimmer vorgeführt wird: wohlgemerkt von Fürth, nicht vom FC Bayern.

An der Seitenlinie stand ein älterer Mann, der die Arme vor dem Bauch verschränkte und ebenso hilf-, aber vor allem tatenlos dabei zusah, wie der Gegner mit einfachsten Mitteln sein Konzept zerlegte. Dabei wirkte er völlig abwesend. So als interessiere ihn das alles nicht mehr wirklich. Oder realisierte er in diesem Moment, dass ihm Antworten auf ganze viele Fragen und Probleme fehlen, dass er mit seinem Latein am Ende ist…

Nach dem Spiel hörte ich ganz viele wichtige Menschen, die mir erzählten, wie gut im Training gearbeitet würde, der Mannschaft ein Erfolgserlebnis fehle und man das bis lang beste VfL-Spiel in dieser Saison gesehen habe. Ich wollte fragen, was denn wohl das schlechteste VfL-Spiel gewesen sei, wenn ein Spiel, in dem man vier Gegentore eingeschenkt bekommt, das Beste sei. Aber meine Stimme kam nicht durch. Ich musste wach werden. Das ganze wurde zu skurril. Ich konnte diese ganzen Phrasen, die ich sonst nur aus den VfL-Abstiegsjahren kenne, nicht mehr hören. Tatsächlich wolle man weiter am Trainer festhalten. Aber wieso sitzt da nun plötzlich der Aufsichtsratsvorsitzende neben Peter Neururer und gibt eine Pressekonferenz? Ich spüre, wie ich die Lust verliere, ins Stadion zu gehen. Angstschweißgebadet wache ich auf. Es war doch hoffentlich alles nur ein ganz, ganz böser Traum…

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Responses

  1. Träume werden manchmal war,man muß nur genug Zeit haben um die
    Wahrheit zu erkennen. Und die Uhr tickt……


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