Verfasst von: Andreas Wiemers | 25. September 2011

Ein Spiel, das in der Kurve gewonnen wurde

Kleine Schritte müsse der VfL nun machen, um aus der Krise herauszukommen, so der neue VfL-Coach Andreas Bergmann vor dem Derby gegen den Duisburger Stadtteilverein aus Meiderich. Sicherlich war der 2:1-Heimsieg kein großer Schritt, kann aber vielleicht als Wendepunkt betrachtet werden. Denn auf dem Platz stand eine Bochumer Mannschaft, die nicht immer fußballerisch überzeugte konnte, aber endlich wieder als Mannschaft agierte und vor allem für den Erfolg kämpfte. Und hinter dieser Mannschaft stand eine Kurve, die sicherlich nicht für Stabilität auf dem Rasen sorgen konnte, aber den verunsicherten Bochumer Jungen in blau-weiß ein starker Rückhalt war.

Das Fazit des Tages muss daher lauten: Wer als Schlusslicht der 2. Bundesliga so einen Support bekommt, der kann keine kritischen, geschweige denn miesen Fans haben. Selbst als der VfL den unnötigen zwischenzeitlichen Ausgleichtreffer kassierte, standen die blau-weißen Fans wie eine Wand hinter ihrem Verein und feuerten ihre Vertreter auf dem Rasen an. Zwar wackelte die Mannschaft zu diesem Zeitpunkt mal wieder bedenklich, aber sie brach – vielleicht auch mit Unterstützung der Fans – nicht auseinander. Einen Beitrag hierzu leistete zweifellos Jonas Acquistapace, der neben Marcel Maltritz der Defensive Sicherheit vermittelte. Der für den Siegtreffer nötige letzte Funke kam ebenfalls aus der Kurve, die die Mannschaft kurz vor Schluss noch einmal anpeitschte und so zum letztendlich verdienten Siegtreffer durch Daniel Ginczek kam. Obgleich Kapitän Christoph Dabrowski den Führungstreffer erzielte, war ihm die Verunsicherung am deutlichsten anzumerken. Allerdings bemühte er sich ins Spiel zu finden, was über den Nordkoreaner, der lediglich durch Lustlosigkeit und mangelnden Engagement auffiel, nicht gesagt werden kann.

Es war zwar nur eine Schlacht von vielen, die der VfL Bochum 1848 gegen den MSV gewinnen konnte, aber er weiß spätestens nun, dass er sich blind auf seine Fußtruppen in der Ostkurve verlassen kann. Hieraus kann für den Rest der Saison etwas wachsen, was viele vielleicht nach den Relegationsspielen gehofft, aber nicht mehr nach der Schlappe gegen Paderborn für möglich gehalten haben. Sicherlich sollte niemand nun direkt vom Unmöglichen (den Aufstieg) ausgehen, aber zumindest die Wende könnte nun eingeleitet sein. Es war ein kleiner Schritt.

Und jeder Kommentator, der zukünftig die VfL-Fans schlecht redet, möge an seinem Mikrophon ersticken. Und jeder Funktionär, der noch einmal schlecht über die Kurve redet, möge mit Schimpf und Schande aus der Stadt nach Ückendorf oder Lüdenscheid vertrieben werden. Denn der Sieg gegen Meiderich war ein Sieg aus der Kurve, für die Kurve und für die Mannschaft. Für den Verein! VfL, wir stehn´n zu dir. VfL, um jeden Preis.

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Responses

  1. […] VfL Bochum gegen MSV Duisburg: Ein Spiel, das in der Kurve gewonnen wurde (Andreas Wiemers) – Für die einen war es ein Spiel, das in der Kurve gewonnen wurde – für die anderen Daniel Ginczek bzw. Hans im Glück. […]

  2. 13 Tausend Zuschauer im Revier Derby, spricht wahrlich für einen tollen Support.. oder eher nicht

  3. Masse ist nicht immer Klasse!

  4. Das Zebra mit Uli Potofski auf der Couch…

    Eigentlich wollte ich nach diesem Spiel am liebsten gar nicht mehr über Fußball sprechen. Aber versprochen ist versprochen. Also habe ich mich gestern trotz Miesepeter-Laune ins Studio von nrw.tv aufgemacht, um als Gast von Uli Potofski ein bisschen üb…

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