Verfasst von: Andreas Wiemers | 22. November 2011

Bis einer trifft…

…könnte eigentlich auch die zusammenfassende Formel des gestrigen Bochumer Spiels gegen die Gäste aus der Lausitz sein. Das würde aber voraussetzen, dass sich der VfL Bochum 1848 nennenswerte Chancen erarbeitet hätte, die zu einem Treffer hätten führen können. Dem war aber nicht so. Der VfL trat mal wieder ohne jeglichen Drang zum gegnerischen Tor auf und so der Weg in Richtung
Tor zumindest mal eingeschlagen wurde, verzettelte man sich in Klein-Klein. Mit dem Ball schob jeder VfL-Spieler auch die Verantwortung an den Mitspieler ab. Im Grunde war es bezeichnend, dass dieses Verantwortungshinundhergeschiebe ebenso kläglich scheiterte, wie der Versuch der kontrollierten Ballannahme. Bisweilen ist es erschreckend mit anzusehen, wie limitiert die technischen Voraussetzungen jener Spieler sind, die mit eben dieser Tätigkeit ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Ebenso erschreckend ist, dass ein Gegner, der sich im Wesentlichen auf Defensivarbeit beschränkte und lediglich auf Bochumer Fehler wartete, auswärts zu fast doppelt so vielen Torschussversuchen kommt wie die blau-weiße Heimmannschaft. Es unterstreicht aber auch, wie pomadig das klägliche Bochumer Rumgestochere gestern war. Dass das VfL-Spiel an zwei völlig verwaisten Außenbahnen krankt, ist hinlänglich bekannt. Allerdings tritt ein weiteres Symptom immer offener zu Tage. Dabei handelt es sich um den Versuch von elf Männern mit begrenztem Potential, dem ihm zugeneigten Publikum attraktiven Fußball anbieten zu wollen. Das allgemeine Scheitern soll zumindest nett aussehen und mit Quer- und Steilpässen in den leeren Raum garniert werden. Denn das suggeriert, es wäre deutlich mehr Potential vorhanden. Letztendlich hat beim VfL aber die individuelle Schwäche mehr Gewicht als die individuelle Klasse einzelner Fußballästheten. Darauf kann der VfL mit zwei Optionen reagieren: entweder er optimiert das Spielerpotential mit Ver- und Einkäufen oder aber das Spiel wird dem vorhandenen Material angepasst. Erst genanntes wird zumindest in der Winterpause schwierig, letzteres könnte zumindest schon mal funktionieren, wenn man öfter und vor allem kompromissloser aus der zweiten Reihe versucht, den Ball zu versenken – und eben nicht jenes Spielgerät in das gegnerische Tor zaubern will. Denn dafür hat der VfL zu viele Lehrlinge und zu wenig Meister.

Letztendlich hat man gestern einmal mehr vor Augen geführt bekommen, was unter dem von Neu-Coach Andreas Bergmann oft genannten „Entwicklungsprozess“ zu verstehen ist: Was für die Mannschaft eine Entwicklung in kleinen Schritten ist, grenzt gerade für den Stadionbesucher in den Schwächephasen innerhalb dieses Prozesses an Zeitverschwendung. Allerdings muss man im Rahmen dieser Entwicklung hoffen, dass sie auch für das Trainergespann gilt und dies zukünftig nicht mehr bis zur 80. Minute wartet, um mit personellen Veränderungen aus Mager- vielleicht doch noch Vollkost zu machen.

Aber eigentlich sollte es hier und bei dem Titel um jene Idioten Schwachmaten Deppen aus der Ostkurve gehen, die ein Feuerzeug nach dem anderen auf das Spielfeld werfen. Hätte Energie-Keeper Kirschbaum die alle eingesammelt, wäre es bis zu seinem Lebensende mit Feuerzeugen versorgt. Und über all dem schwebt die Frage nach dem warum. Nicht dass ein Feuerzeug-Wurf überhaupt gerechtfertigt wäre, aber wenn es gestern wenigstens zu Provokationen oder sonstigem Fehlverhalten der Lausitzer gekommen wäre. Doch selbst das war nicht der Fall. Stattdessen haben unzählige Besucher der Ostkurve einmal mehr bewiesen, dass sie Anstand und Benehmen – vor allem gegenüber dem eigenen Verein – vor den Stadiontoren ablegen. So wünscht man sich insgeheim, bei einem dieser Werfer mal eingeladen zu sein, um sich in dessen Wohnzimmer ebenso zu verhalten wie er/sie es in fremden tut. Bis es soweit ist, bleibt lediglich der Wunsch, dass auch weiterhin die Feuerzeuge ihr Ziel verfehlen und die Hoffnung, dass das unmittelbare Stehumfeld das Verhalten eines Werfers unmittelbar sanktioniert…

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