Verfasst von: Andreas Wiemers | 10. Dezember 2011

Danke

Wer oft ungerechtfertiger weise Kritik einstecken musste, den muss man hin und wieder auch mal loben. Denn wer den bis lang ungeschlagenen Spitzenreiter aus Düsseldorf an den Rande einer Niederlage bringt spielt, der hat es verdient, dass seine Leistung auch entsprechend gewürdigt wird. So geschehen heute durch die sportlichen Aushängeschilder des VfL Bochum 1848. Obgleich es zum Beginn der Rückrunde letztendlich nur zu einem 1:1 gegen die rot-weißen aus der Landeshauptstadt reichte, hat der VfL bewiesen, dass das 6:0 gegen Aue dann doch keine Eintagsfliege war und hat auf beeindruckende Art die Spur des steigenden Trends verfolgt. Eigentlich ist der Trend ja Genosse, aber offenbar trägt dieser Genosse auch blau und weiss. Phasenweise beherrschte man den Gegner komplett und spielte ihn auch bisweilen an die Wand. Doch leider reichte es nicht zu einem weiteren Tor-des-Monats-verdächtigen Treffer, wie ihn Takashi Inui zum völlig verdienten 1:0 erzielte. Weitere Einschussmöglichkeiten blieben zum Leidwesen des blau-weißen Anhangs ungenutzt. Stattdessen erzielten die Landeshauptstädter aus einer wirklichen Torchance den irgendwie ob der Spielanteile in Halbzeit 2 dann doch verdienten Ausgleich.Doch trotz der wachsenden Spielanteile der rot-weißen Dorfmenschen hatte der VfL das Spielgeschehen nahezu im Griff und agierte aus einer endlich mal stabil wirkenden Defensive heraus gegen einen Spitzenreiter, dessen Vereinsname Fortuna zum Rückrundenbeginn dann irgendwie doch Programm war. Denn wirkliche Einschussmöglichkeiten erspielten sich die Mannen von der längsten Theke der Welt nicht wirklich. Stattdessen profitierten sie von einem Fehler im Spielaufbau beim VfL, den leider der ansonsten stark gegen den Mann spielende Marcel Maltritz zu verantworten hatte und damit seine im Vorwärtsgang befindlichen Teamkameraden überraschte. Es gibt vermutlich nur wenige Mannschaften auf dieser Welt, die sich bei einer 1:0-Führung im eigenen Stadion auskontern lassen. Der VfL gehört eindeutig zu dieser kleinen, aber feinen Spezies. Aber vielleicht liebt man ihn auch gerade deswegen.

Ansonsten hat es schon überrascht, was für einen Arschloch-Fußball dieser Spitzenreiter in Liga 2 spielt. Es wird geklammert und gehalten, wo ein Gegenspieler greifbar ist und jeder Körperkontakt wird genutzt, um das schauspielerische Talent als sterbender Schwan der geneigten Öffentlichkeit zu präsentierten. Sollte es mit dem Aufstieg also nicht klappen, ruft Hollywood bestimmt an. Aber was will man von einer Truppe auch erwarten, die von einem der größten Arschlöcher unsportlichsten Übungsleitern der Trainergilde betreut wird.

Letztendlich muss man als VfL-Fan aber einfach „Danke“ sagen und sich freuen, dass die Mannschaft das auf dem Rasen geboten hat, was man von ihr sehen will. So verschmerzt man dann auch ein Unentschieden und ist stolz auf seine Vertreter, die würdig die blau-weißen Farben repräsentieren. Vielleicht kommt diese Spielweise nebst Mentalitätswechsel ein wenig zu spät, aber 2013 ist bekanntlich auch ein schönes Jahr um aufzusteigen. Nun kann man festhalten, dass der VfL rechtzeitig vor dem Bayern-Spiel in seine Spur zurück gefunden hat. Und wenn es heute schon nicht zu einem Sieg gegen den Spitzenreiter gereicht hat, soll es dann halt gegen den nächsten Spitzenreiter am 20. Dezember so weit sein. Aber erst mal wird die kleine Schwester der Eintracht geputzt. Basta!

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