Verfasst von: Andreas Wiemers | 5. Februar 2012

Mit Vili gegen Würstchen

Während Teile der Bochumer Zivilgesellschaft am Wochenende darüber diskutierten, dass die Stadt Bochum mit ihren kommunalen Unternehmen einen Millionärssport wie den Fußball unterstützt, machten sich diese vermeintlichen Millionäre dazu auf, den bis lang enttäuschten Saisonverlauf Vergessen zu machen. Das Minimalziel besteht aus Platz 9 und manche feuchten Träume kreisen immer noch um einen Platz unter den ersten Dreien der Schweineliga. Den dafür notwendigen Punktebeutezug Anno 2012 starteten die Mannen von Chef-Coach Andreas Bergmann gegen die Kogge aus Rostock, die sich in den letzten Jahren mit ihrem so genannten Fußball zu einem der Angstgegner des VfL Bochum 1848 entwickelt hatte.

Wie nicht nur nach null gewonnenen Vorbereitungsspielen zu erwarten war, gestaltete sich der sportliche Jahresbeginn für die beinahe Bayern-Besieger durchaus schwierig. Denn kompakt, aber durchaus offensiv lautete die Schlagzahl, mit der die Kogge den Weg in den Heimathafen Klassenerhalt finden will. Doch durch einen Freistoßtrick aus der C-Jugend (Zitat Stadionsprecher) gelang es dem VfL in der 19. Minuten zur letztendlich verdienten Führung durch Giovanni Federico einzunetzen. Um aber nicht gänzlich die Spannung aus dem Spiel zu nehmen, vergeudeten die Blau-Weißen in den kommenden Minuten bis zum Halbzeitpfiff weitere beste Einschussmöglichkeiten und ergänzten den Zitterfaktor des Publikums neben der Kälte um eine weitere Komponente. Auch Schiedsrichteranwärter Patrick Ittrich zeigte Mitleid mit dem frierenden Publikum und maximierte mit einer Fehlentscheidung den Blutkreislauf des blau-weißen Anhangs. Eine schützende Handbewegung von Jonas Acquistapace wertete er in der 43. Minute als absichtliches Handspiel und zeigte zur Überraschung aller Anwesenden ca. 20 Sekunden nach der eigentlichen Tat auf den ominösen Punkt. Doch hatte die Pfeife Ittrich seine Rechnung ohne den Ruf von Elfmeterkiller Andreas Luthe gemacht, der inzwischen Elfmeter nicht mehr halten muss, sondern mit seiner Aura den Schützen dermaßen verunsichert, dass für ihn die Eckfahne als das sichere Ziel erscheint. Ergebnistechnisch hatte dieser skuriller Pfiff folglich keine Konsequenzen für das VfL-Spiel. Die weiteren Konsequenzen traten erst zu Tage, als Schirianwärter Ittrich VfL-Coach Bergmann ob seiner völlig berechtigten Proteste gegen diesen unsinnigen Elfmeterpfiff auf die Tribüne verwies.

Was folgte war ein VfL, der seine Ordnung in der Halbzeitpause und ohne den Bergmann unter sich wissend, völlig ablegte und den Hanseaten mehr und mehr das Spiel überlies. Logische Konsequenz dieser verhassten Bochumer Spielweise war der Ausgleichstreffer durch einen Spieler, dessen Namen man sich nicht merken muss, in der 63. Minute. Doch der Trainerstab reagierte und brachte in der 67. Minute mit Nika Gelashvili den Nachfolger Stalins Chong Teses auf den Platz, der nur neun Minuten nach seiner Einwechselung sehenswert zum glücklichen 2:1-Heimieg traf.

Doch nicht nur der Vili sorgte an diesem Neujahrsauftakt für Verbrennungen bei den ansonsten pyrotechnisch abstinenten Assis Faschos Würstchen aus dem Osten. Denn selbigen war nicht nur der sportliche Besuch in Bochum zu heiß, sondern bereits die Zugfahrt, wo sich ein Hansa-Anhänger mit Würstchen-Wasser ordentlich verbrannte. Trotz aller berechtigten Häme, sei an dieser Stelle gute Besserung überbracht und der Wunsch, dass dem Würstchen nichts passiert ist.

Neben dem weiteren Dreier unter Beteiligung von Anne Castroper bleibt das Wissen, dass der Fußball ohne Hansa-Anhänger vermutlich attraktiver wäre. So sorgten sie nicht nur dafür, dass es zu Ausschreitungen mit 49 Verletzten kam, sondern trugen dazu bei, dass man als VfL-Fan den eigenen Bochumer Hauptbahnhof aus Sicherheitsgründen nicht mehr mit VfL-Utensilien betreten durfte. Bisweilen wird es immer absurder, was jenseits des Rasens durch Polizei, Ordnungskräfte und Fans forciert wird. Aber was will man sich als VfL-Anhänger beklagen, wenn eine ganze Thor Steiner-Fraktion die Einlasskontrollen und Ordner in den Blöcken ungehindert passieren kann und darf und so in die Ostkurve einmarschiert…

P.S.: Noch 15 Punkte…

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Responses

  1. […] Der „Willi“ macht’s für den VfL Bochum (DerWesten) – Erfolgreich startete der VfL Bochum ins Jahr 2012. Nach dem 2:1-Sieg über Hansa Rostock feierten die Bochumer den Traumeinstand des Torschützen Nikoloz Gelashvili. Als Hansa aber den Vorwärtsgang einlegte, griff Konfusion um sich. Siehe auch: Ausschreitungen in Bochum und Frankfurt: Verletzte bei Krawallen in Liga zwei und Mit Vili gegen Würstchen. […]


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