Verfasst von: Andreas Wiemers | 18. Februar 2012

Grün-weißer Karnevalsspaß!

So stellt manN sich in etwa eine Geburt vor: erst läuft es schleppend an und es wird Unterstützung durch Externe benötigt, dann scheint alles nach Plan zu laufen, plötzlich treten Komplikationen auf und letztendlich tritt dann doch das gewünschte Ergebnis zum Vorschein. Ähnlich verhielt es sich mit dem heutigen Spiel des VfL Bochum 1848 gegen die Union aus Berlin, das der VfL letztendlich doch mit 4:2 für sich entscheiden konnte.

Obgleich es ab dem Anpfiff nicht wirklich nach einem Punktgewinn für den VfL aussah. Im Stile einer Heimmannschaft kaufte der Gast dem VfL im eigenen Stadion den Schneid ab und bestimmte mehr als deutlich das Geschehen. Ob dies tatsächlich nur an der 6er-Achse Christoph Dabrowski und Kevin Vogt lag – wie so mancher Ostkurvenbesucher munkelte -, sei an dieser Stelle nicht weiter vertieft. Dennoch muss festgehalten werden, dass nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden des Kapitäns in der 33. Minute, wodurch Neuzugang Michael Delura (wo der geboren wurde ist doch sch**ßegal) ins Spiel gespült wurde und dem taktischen (?) Wechsel in der Halbzeitpause, bei dem Vogt durch Christoph Kramer ersetzt wurde, der VfL wesentlich besser ins Spiel fand und auch mal Druck in Richtung des gegnerischen Tors entwickelte. Zwischenzeitlich ging der VfL sogar noch in der 40. Minute durch einen von Mimoun Azaouagh verwandelten Foulelfmeter in Führung.

Auch nach dem Pausenpfiff wirkte sich allein die physische Präsenz des Petersen mit der alternden Blase in der Ostkurve positiv auf das Gepfeife seines Namensvetters aus und Martin Petersen zeigte in der 60. Spielminute erneut auf den ominösen Punkt und schickte einen Unionisten zum Duschen. Giovanni Federico verwandelte souverän zum 2:0. Zwei Elfmeter in einem Spiel. Für den VfL. Es soll Leute geben, die sich an ähnliche Situation ob ihres Alters erinnern konnten.

Doch wer glaubte, diese Zweitoreführung brächte endgültig Sicherheit ins VfL-Spiel, sah sich einmal mehr bitterböse enttäuscht. Denn drei Minute später verkürzte Union und weitere sechs Minute später offenbarte dieser Petersen, dass er doch kein blau-weißes Herz hat, sondern einfach nur Elfmeterschießen mag. Weil Andreas Luthe dann doch nicht jeden Elfmeter halten kann, stand es plötzlich 2:2 und nicht wenige Blau-Weiße im heimischen Rund Rechteck sahen den VfL gegen zehn Berliner bereits auf der Verliererstraße. Unter anderem auch [d]er wichtiger Herr Wiemers. Niemand konnte zu diesem Zeitpunkt auch ahnen, dass durch Delura plötzlich verwertbare Flanken in den gegnerischen Sechzehner fliegen und der frisch eingewechselte Mirkan Aydin zum 3:2 treffen würde. Dass wenige Minuten später erneut Federico auf 4:2 erhöhte, wirkte nicht nur auf die Ostkurve, sondern auch auf die Mannschaft befreiend. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Sieg ein wenig Selbstvertrauen für die kommenden Wochen mit auf dem Weg gegeben hat und Chef-Coach Andreas Bergmann ebenfalls erkannt hat, dass das VfL-Spiel mit Kramer und zwei Spitzen nicht nur netter anzuschauen, sondern auch deutlich offensiver und vor allem effektiver ist.

Die anschließende gute Laune konnte lediglich eine täuschend echte als Polizisten verkleidete Gruppe am Bochumer Hauptbahnhof trüben, die den Aufgang von der U-Bahn zu den Zügen blockierten und erkennbare VfL-Fans frugen, was sie denn im Hauptbahnhof wollten. Dass es auch Bochum-Fans außerhalb der Stadtgrenzen der Perle Westfalen gibt, hat sich offenbar noch nicht bis zur militanten Truppe des SV Werder Bremen durchgesprochen. Doch auch die Auskunft „Nach Hause. In Essen“ reichte den eifrigen Beamten noch nicht als legitimer Grund aus, den Bahnhof betreten zu dürfen. Obgleich die Frage nach Personalausweis und Fingerabdrücke verneint wurde, ging das muntere Ratespiel weiter. Nun wurde Zug und Gleis abgefragt. Der Umstand, dass für solche Zwecke eine große Anzeigetafel in den Hallen der Bahnhöfe steht, scheint ebenso wenig Teil der Grundausbildung des Freund & Helfers zu sein. Erst der Austausch diverser Argumente führte zum Erfolg. Mit dem netten Begleitsatz „Wenn sie sich unbedingt eine blutige Nase holen wollen“ wurde tatsächlich der Zugang zum Hochsicherheitszentrum Bochum-Hauptbahnhof gewährt. Innen tranken übrigens VfL- und Unions-Fans zwar nicht vereint, aber dennoch gemeinsam den Gerstensaft der heimischen Brauerei. Es wird tatsächlicher immer absurder, wie man als Fußballfan behandelt wird. Dass dies dann auch noch in der eigenen Stadt geschieht, wirkt umso befremdlicher… Nee, wat ham wa gelacht. Alaaf, helau oder was auch immer!

P.S.: Wenn Düsseldorf und Fürth am Wochenende verlieren, sind es nur noch 14 Punkte bis zum Relegationsplatz! 🙂

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