Verfasst von: Andreas Wiemers | 29. April 2012

Dahoam: PHILIPP BÖNIG – KartenGOTT

Es war schon viel Pathos beim 2:0-Heimsieg des VfL Bochum 1848 gegen die Löwen aus Braunschweig im Spiel. Die Wartezeit vom Betreten des altehrwürdigen Ruhrstadions bis zum Anpfiff des „Zweiligaklassikers“ wurde begleitet von Kirchenglocken und nicht wenige der zu diesem Zeitpunkt Anwesenden fragten sich, ob dies das Geläut zur Totenmesse oder zur Heilige Messe sein sollte. Nur wenige Sekunden später schallte Lionel Messis Sky-Werbung durch das Stadion Anne Castroper und niemand mochte sich wirklich ausmalen, dass der VfL wie von Messi skizziert den Klassenerhalt in letzter Sekunde schafft. Kurz danach wurden Björn Kopplin und Matias Concha von Sportvorstand Jens Todt verabschiedete. Es folgte pünktlich zum Warmlaufen der erste Teil der Verabschiedung von Philipp Bönig. Viel Pathos wehte bereits durchs weite Rund als endlich das Spiel angepfiffen wurde.

Zu diesem Spiel könnte man vermutlich viel Schreiben und erwähnen, dass Paul Freier ausgerechnet per Kopf zur 1:0-Führung traf, der VfL zwischenzeitlich mal wieder seine eigenen Chancen nicht nutzte und dem Gegner viel zu viele solcher Chancen gewährte, der VfL sich einmal mehr bei Rückhalt Andreas Luthe bedanken konnte bis endlich Daniel Ginczek in der 90. Minute zum erlösenden 2:0 traf und damit den Klassenerhalt des Aufstiegsaspiranten a.D. gewährleistete. In diesem Zusammenhang könnte man auch die völlig verkorkste VfL-Saison auseinander nehmen, kritisieren, dass der VfL bis zum Schluss um den Klassenerhalt kämpfen musste oder aber alle VfL-Fans verteidigen, die ob ihrer vermeintlich zu hohen Anspruchshaltung bei den Medienvertretern in der Kritik stehen und heute die Mannschaft nicht nur feierten, sondern ihr auch in Unterzahl lautstark den Rücken stärkten. Doch all dies ist beim letzten Heimspiel in einer Saison, die zum Vergessen einlädt, gänzlich uninteressant.

Im Mittelpunkt des heutigen Spiels stand Pippo Rüstü Philipp Bönig, der nach neun Jahren den VfL verlässt. Ein Spieler, der in der heutigen schnelllebigen Spielerwechsel-Dich-Zeit neun Jahre bei dem gleichen Verein blieb. Ein Spieler, der in diesen neun Jahren VfL-Zugehörigkeit kein Tor für den VfL geschossen hat. Ein Spieler, der einst als Buhmann auf der linken Außenverteidigung gestartet ist und sich über unbedingte Leidenschaft und Einsatzwille in die Herzen der VfL-Fans gespielt hat. Ein Spieler, dem der stellvertretende Vorsitzende des VfL-Aufsichtsrates und „Mein VfL“-Kolumnist Frank Goosen einen eigenen Beitrag gewidmet hat. Ein Spieler, dem noch zu aktiver VfL-Zeit und zu Lebzeiten ein ganzer Block eine eigene Choreo widmete und ein Spieler, der es in dieser Saison bei fünf Einsätzen zu sage und schreibe drei Platzverweisen geschafft hat. Ein Spieler also, bei dem selbst „Die Axt“ Vinne Jones wie ein Schüler eines Mädchengymnasiums wirkt. Ein Spielertyp, von dem man sich in Bochum mehr wünscht. Danke Pippo für neun Jahre, in denen man Dich verfluchen, lieben und schätzen konnte. Und vergiss nie: Dahoam is, wo Du Dich zuhause fühlen tust! Pfiade Pippo! Pathos ist leider geil. Gerade beim Fußball.

P.S.: Und sonst: Alle VfL-Klamotten waschen und ohne Seuche ins neue Jahr! Das ist ein Befehl. Glück auf!

P.S.2: Und wer je daran gezweifelt hat, dass ich Messi in einem VfL-Blog unterbringe, möge mir bitte die fünf Euro direkt überweisen…

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Responses

  1. Links anne Ruhr – und am Rhein (Landtagswahl #nrw12) 30.04.2012…

    Castrop-Rauxel: Offener Brief: Grüner Kandidat wusste von CDU-Veranstaltung mit ihm nichts (Ruhr Nachrichten) – Zukunft von BVB-Stürmer offen: Barrios trifft und will Klarheit (RP-Online) – Siehe auch: Borussia Dortmund …


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