Verfasst von: Andreas Wiemers | 12. Mai 2012

An Tagen wie diesen

Man kann darüber spekulieren, warum ein Mitglied eines Fanclubs, der einen eigenen Kandidaten für die Wahl des neuen Fanvertreters im VfL-Aufsichtsrat aktiv unterstützt, ausgerechnet acht Tage vor der offiziellen Kandidatenvorstellung am 19. April 2011 mit einem Blogbeitrag einen Frontalangriff gegen die Fan-Initiative Wir sind VfL, deren Protagonisten und die über 300 unterstützenden Einzelpersonen und Fanclubs startet. Schade nur, dass diese völlig zusammenhanglose und wenig tagesaktuelle (die letzte Veranstaltung von Wir sind VfL fand am 16. November 2011 gemeinsam mit dem VfL Bochum 1848 statt) Attacke grundlos, dafür aber vermutlich mit viel Blut, Schweiß und Tränen niedergeschrieben wurde. Grundlos weil die Initiative keinen eigenen Kandidaten ins Rennen schickt, aber nicht umsonst. Denn ein Podiumsplatz in der Rubrik „Debattenkultur innerhalb der VfL-Szene“ ist ihm damit sicher. Auch wenn der Autor sehr schüchtern ist und sich lieber hinter einem Pseudonym versteckt.

Weniger Zurückhaltung legt er hingegen an den Tag, wenn es darum geht, unter dem Deckmantel der Anonymität persönliche Beleidigen auszusprechen und Leute, mit denen er vermutlich noch nie ein Wort gesprochen hat, zu Diffamieren. So heißt es dort:

„Wo sind sie geblieben, die aus Dummheit und Unwissenheit den VfL Bochum 1848 vor die Wand geschoben haben ? Die Revolution hat statt gefunden, wo sind die Revolutionäre geblieben ? Dummschwätzer und Großmäuler verstecken sich hinter dem Synonym „Wir sind VfL“. Meiner Meinung nach eine Gruppierung verblendeter und größnwahnsinniger Typen, die nicht wissen bzw. wussten was sie tun. Blinder Aktionismus und gesteuerte Hasspredigten gegen Personen die Ihren Job zwar nicht immer optimal gemacht haben, aber mit ganzem Herzen VfL`er waren und sind.“

An dieser Stelle kann ich nur meinen Respekt zum Ausdruck bringen. Ein so überaus zutreffendes Profil hat selbst mein Psychiater in weit über 1848 Therapiesitzungen noch nicht erstellen können. Aber bei so viel Dummheit und Großmäulertum ist es ihm, also dem Therapeuten, vermutlich noch nicht gelungen, hinter meine Fassade zu dringen. Oder er hat sich von meinen Hasspredigten in die Irre führen lassen. Daher ist es gut, dass es Blogger gibt, die mich und die anderen „Typen“ direkt durchschauen und ihre Erkenntnisse der interessierten Weltöffentlichkeit verkünden. Denn jede Wahrheit, so ist Dank Bild bekannt, braucht einen Mutigen, der sie ausspricht. Und zu dieser Wahrheit gehört selbstverständlich auch, einigen Personen die Schuld an der aktuellen Lage des Vereins zuzuschieben und die Altegoer-Ära zurück zu wünschen – ohne dabei die Ursachen der aktuellen Krise in genau dieser Zeit suchen zu müssen.

Wird zudem bedacht, dass der Verfasser der Charakterstudie bei der Niederschrift der Wahrheit vermutlich emotional berührt war, kann auch darüber hinweggesehen werden, dass er die persönliche Ehre der angesprochenen „Typen“ sowie der gut 300 Unterstützer quer durch Bochumer Fanszene in seinem Beitrag massiv verletzt. Aber so etwas ist heutzutage auch egal, wo jeder frei sagen kann, was er denkt. Diese freie Meinungsäußerung findet in der VfL-Fanszene allerdings ihre Grenzen, wenn sie nicht der eigenen Meinung entspricht. Dann ist der andere entweder verblendet, dumm, größenwahnsinnig oder halt einfach nur ein Großmaul.

Allerdings muss ergänzend erwähnt werden, dass er mit Kritik an Initiative und deren handelnden Personen nicht alleine ist. Denn in einer Facebook-Diskussion, die inzwischen leider gelöscht wurde, sprangen ihm VfL-Fans zur Seite, wonach sich nicht nur Politik und Fußball ausschließen sollten, sondern auch die Initiative aufgrund ihrer vermeintlichen Unterstützung eines „Komikers und Ex-Politikers“, die „aber leider nicht aufsichtsratstaugliche Personen“ seien, kritisiert wurde. Mir stellen sich dabei die Fragen, was Werner Altegoer wohl sagt, wenn die Initiative seine Idee mit Frank Goosen für sich in Anspruch nehmen würde und ob Ernst-Otto Stüber nicht um den Schlaf gebracht wäre, wenn er von der Unterstützung durch die Initiative wüsste. Aber das nur am Rande.

Denn all dies führte dazu, dass der anonyme Freud in der bereits genannten öffentlichen, aber nun leider gelöschten Facebook-Diskussion ein weiteres Talent offenbarte und höchst interessante Verschwörungstheorien entwickelte. Daher warte ich nun ebenso gespannt wie er darauf, „welche Koalitionen die ‚Genossen‘ im Aufsichtsrat so planen“. Man kann nun nur hoffen, dass er über diese Frage einen ebenso lesenswerten Beitrag verfasst, wie den hier verlinkten. Denn vermutlich glauben wirklich einzelne, das Ganze sei eine SPD-Verschwörung gewesen, um Stüber an die Macht zu bringen. Das ist allerdings schon deshalb albern, weil die auf der Jahreshauptversammlung zurückgetretenen Volker Goldmann, Gerd Kirchhoff und Heinz Hossiep ebenfalls Sozialdemokraten sind. Aber auch dies nur nebenbei bemerkt.

PS: Der oben angesprochene Kandidat hat sich zumindest kritisch in einem ebenfalls gelöschten Debattenbeitrag auf Facebook zu dem hier angesprochenen Blogbeitrag seines eifrigen Unterstützers verhalten, sich aber nicht explizit von den Beleidigungen distanziert. Das kann nun jeder interpretieren wie er/sie mag…

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