Verfasst von: Andreas Wiemers | 19. August 2012

Eins, zwei, drei: Im Pokal ist Bochum noch dabei

Es ist vollbracht. Der VfL Bochum 1848 hat mal wieder die erste Runde erfolgreich überstanden und den Drittligisten aus Heidenheim aus dem Pokal geworfen. Der baden-württembergische Pokalschreck aus dem letztjährigen Vereinswettbewerb wurde also nicht zum Alptraum für den VfL. Stattdessen kann Blau-Weiß weiter kollektiv von der dritten Teilnahme an einem Pokalfinale träumen, um so den spärlich besetzten Briefkopf mit einem weiteren Erfolg auszubauen.

Obwohl der 0:2-Sieg auf den ersten Blick nach einer klaren Angelegenheit aussieht, war es bei hochsommerlichen Temperaturen von über 30 Grad ein hartes Stück Arbeit für den VfL, der sich trotz einer offensiven Grundausrichtung unnötigerweise von Heidenheim viel zu oft in der eigenen Hälfte einschnüren lies. Dabei machte es sich allerdings nicht negativ bemerkbar, dass zur Überraschung Freude der zahlreich mitgereisten Bochumer Fans, Cheftrainer Andreas Bergmann für eine personelle Veränderung in der Startformation sorgte und Kapitän a.D. Christoph Dabrowski durch Marc Rzatkowski ersetze. Denn Christoph Kramer hatte einen guten Tag erwischt und räumte vor der Abwehr ordentlich auf. Dabrowski sollte also nicht vermisst werden. Dass sich der VfL trotz des frühzeitigen Führungstreffers durch Slatko Dedic in der fünften Spielminute und dem 2:0 ebenfalls durch Dedic kurz vor dem Pausentee die Butter vom Brot nehmen lies, war mal wieder ein hausgemachtes Problem. Denn der VfL rückte irgendwann einfach nicht mehr raus. Dies kann an der Hitze und einer daraus resultierenden Lauffaulheit gelegen haben, oder aber dem Wissen um die Fehler der beiden Innenverteidiger Marcel Maltritz und Lukas Sinkiewicz beim Spielaufbau geschuldet sein, so dass sich die acht anderen blau-weißen Feldspieler lieber direkt die unnötigen Wege ersparten und in der eigenen Hälfte verweilten. Doch trotz dieser Kritik muss heuer auch die Defensivarbeit gelobt werden. Denn trotz diverser Unzulänglichkeit und einem Eckenverhältnis von 12:1 für Heidenheim kassierte der VfL nach einer gefühlten Ewigkeit endlich mal wieder kein Gegentor in einem Pflichtspiel.

All dies sowie der Umstand mit Dedic einen guten Konterstürmer zu haben, was by the way das Problem offenbart, dass er halt wirklich nur ein Konterstürmer ist, animierten die gut 500 VfL-Fans auf ihren Schattenplätzen zu einem orgienhaften Support, der nach der Regieanweisung „Eins, zwei, drei: Oberkörper frei!“ auch Dinge zu Tage förderte, die man eigentlich nicht gesehen haben will. Letztendlich war mein Gastspiel beim Altherren-Commando ’93 Dirk, Tom und dem Patienten, der diese Auswärtsfahrt unter dem Titel „Aufkleber pflastern seinen Weg“ zelebrierte, ein tolles Erlebnis und sollte ich irgendwann vielleicht einmal einen Chauffeur einstellen können, hat Master Tom gute Aussichten, diesen Job auch zu erhalten. Allerdings gibt es mir zu denken, dass der VfL in dieser Pflichtspielsaison offenbar nur gewinnt, wenn ich UND – und das ist die grausame Erkenntnis aus Heimsieg gegen Dresden und Pokaltriumph in Heidenheim – ein nicht zu nennender RWE-Fan vor Ort sind…

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Responses

  1. […] Eins, zwei, drei: Im Pokal ist Bochum noch dabei (Lagerstätte) – […]


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