Verfasst von: Andreas Wiemers | 30. März 2013

Das ist doch die gleiche Schei*e wie 2010…

Eigentlich hatte der Autor dieser Zeilen den Trip ins Berliner Olympiastadion erst für den Fall geplant, dass der VfL Bochum 1848 mal wieder in das Finale des DFB-Pokal einzieht, da aber frei nach unserem stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden nicht nur auf „wahrscheinlich“, sondern auch auf „eigentlich“ als VfL-Fan geschissen wird und der Besuch einer der verbliebenen Stätten des vermeintlich 1000-jährigen Reiches zu meinen Lebzeiten angesichts der sportlichen Entwicklung des VfL immer unwahrscheinlicher wird, sollte es also nicht etwa am 1. Juni zum genannten Finale, sondern bereits am 30. März zum mausgrauen Ligaalltag nach Berlin gehen.

Unterstützung für diesen schweren Gang sollte von Fortuna-Fans erfolgen, die mit der Hertha Positives verbinden und dennoch eine tief empfundene Abscheu gegen den von der Deutschen Bahn künstlich am Leben erhaltenen Hauptstadtclub hegen. Solche Widersprüche sind dem typischen VfL-Fan ja nicht unbedingt fern.

Nur leider erwiesen sich die Rot-Weißen nicht als Fortunen für den VfL. Vielmehr konnte der Eindruck entstehen, deren physische Präsenz animierte die Hertha noch mehr dazu, den VfL zu besiegen und dessen Nähe zu den Relegationsplätzen zu manifestieren. Mit eben solchen Plätzen kennen sich ja alle drei eine Rolle spielenden Fanlager bestens aus. Nur die Erinnerungen an diese ungerechten Schicksalsspiele streben weit auseinander.

Schicksalsspiele stehen dem VfL in den kommenden Wochen noch mindestens sieben Stück ins Haus. Das achte gab der VfL heuer bereits nach sechs Minuten verloren. Denn in einigen der wenigen Spielmomenten, in denen der VfL tatsächlich mal Körperkontakt suchte, stellte man sich selten dämlich an, verursachte einen Freistoss, den die alte Dame dann zur frühen und im Grunde spielentscheidenden Führung zu nutzen wusste. Über welch hervorragenden Freistoßschützen die Hertha verfügt, hatte sich bis dato offenbar noch nicht bis in den Tabellenkeller rumgesprochen. Aus diesem Fehler aber lernend, erinnerte das blau-weiße Defensivverhalten im Folgenden eher an Basketball als an Fußball. Folgerichtig folgte der Treffer zum 2:0 auch dem Umstand, dass die Blau-Weißen eher als Slalomstangen fungierten anstatt den angehenden Tabellenführer auf dem Weg dahin stoppen zu wollen. Generell war wenig aufbäumen zu erkennen. Der VfL erweckte über 90 Minuten den Eindruck als beuge er sich seinem Schicksal. Wobei von Schicksal natürlich noch nicht gesprochen werden kann. Denn wenn der VfL endlich einmal seine Chancen nutzt, hinten keine Schnitzer macht und der Schiri auch mal auf den Punkt zeigen würde, punktet der VfL vielleicht auch mal wieder. Denn heute haben wir ja gegen eine Top-Mannschaft verloren. Blöd nur, dass die Ausreden trotzdem jedes Wochenende gleich klingen. Blöd nur, dass die Ausreden trotzdem wie in der letzten Abstiegssaison klingen. Blöd nur, dass sich das alles nun eine Liga tiefer abspielt… Wird Zeit, dass beim VfL mal jemand eine neue Platte auflegt. Vielleicht dann ja am Freitag gegen Aue. Ohne Tasaka und Lumb, dafür mit Chaftar. Rosige Zeiten sehen anders aus.

Und so bleibt nach einer weiteren Niederlage und dem stetig zunehmenden Abstiegssog mir als VfL-Fan zumindest die Gewissheit, den Boden mit meiner Spucke verunreinigt zu haben, den Adolf-Nazi als Instrument für seine abartige Propaganda mißbrauchte. Öffentliches Urinieren ist ja in Deutschland leider verboten…

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