Verfasst von: Andreas Wiemers | 5. April 2013

Ein Verein schafft sich ab…#nichtMeinVfL

Aue. Immer wieder Wismut Aue. Was zu Windelscheißerzeiten schönstenfalls ein UEFA-Cup-Spiel gewesen wäre (wieso, weshalb, warum und was der UEFA-Cup ist, müssen jüngere Leser selbst bei Wikipedia erforschen), entwickelt sich mehr und mehr zu einer Plage für den VfL Bochum 1848. Musste im vergangenen Jahr in Aue eine der größten Demütigungen im blau-weißen Fanleben durchlebt werden, stand dem VfL beim Rückspiel ein weiteres Schicksalsspiel ins Haus, bei dem die meisten Blau-Weißen auf den Rängen und auf dem Rasen die Hosen vermutlich ähnlich gestrichen voll wie zu Windelscheißerzeiten hatten. Denn obgleich das Abstiegsgespenst nicht direkt um sich greifen und den VfL unmittelbar in die dritte Liga runter ziehen konnte, sollte dieses Spiel richtungsweisend für die letzten sechs Spieltage sein. Auch wenn die jüngste VfL-Bilanz in Schicksalsspielen eher mau ausfällt – und man am besten gar nicht drüber redet -, war es direkt zum Anpfiff bereits enttäuschend, wie wenige VfL-Fans trotz mannigfaltiger Aufrufe durch den Verein und seiner Akteure (Jens Todt, Frank Goosen), diverser Radiospots mit VfL-Spielern sowie in den hochgeschätzten Printmedien namens WAZ, Ruhr Nachrichten und RevierSport den Weg ins Stadion fanden um ihren Verein in diesen schweren Stunden zu begleiten und zu unterstützen.

Es kann nur darüber gestritten werden, ob dies mehr den bescheuerten Anstoßzeiten, dem unattraktiven Gegner oder der nicht zu negierenden Lethargie gegenüber dem eigenen Verein geschuldet war, Fakt aber ist, dass alle Daheimgebliebenen einfach nur intelligenter sind als jene Deppen, die sich diesen Scheiß noch anschauen. Denn Achtung Schenkelkloppa: Aue klingt nach Aua. Und zwar für den VfL, der spätestens nach der heutigen Niederlage befindet sich der gesamte VfL in einer Abwärtsspirale, die das vorhandene Personal offenbar nicht mehr stoppen kann.

Zu den Totalversagern auf dem Platz muss eigentlich nichts mehr gesagt werden. Verfügen sie doch über den Teflon-Effekt, der alles an ihnen abprallen lässt. Schlechte Leistungen, dumme Fehler und Totalversagen muss einen ja nicht Jucken, wenn der Gehaltscheck auch Leistungsunabhängig gezahlt wird. Da kann man als Kapitän dieser Luschentruppe auch mal der eigenen Kurve ironisch applaudieren, wenn diese ihrem völlig berechtigten Frust freien Lauf lässt. So wird Zusammenhalt geschaffen, der in den kommenden Wochen zweifellos nötig sein wird, wenn nicht drei Mannschaften noch schlechter sind als dieser VfL. Nur sieht es danach leider nicht aus. Weder nach Zusammenhalt noch das drei Mannschaften tatsächlich schlechter sein könnten.

Wobei dieser Truppe verziehen werden muss. Spielte…ähm…verlor sie doch letzte Woche selbst noch in Orange und hat vermutlich einfach nicht verstanden, dass nicht sie selbst, sondern der Gegner heuer Orange trug. Und zudem fand der VfL nach dem 0:3 wieder besser ins Spiel und lieferte vor allem in der zweiten Halbzeit eine Leistung ab, auf der sich aufbauen lässt. Da können die kommenden Gegner schon mal einpacken. So wie der vorherigen auch…

Doch die Leistung auf dem Platz passt in das Gesamtgefüge eines Vereins, in dessen Kurve auch kein Zusammenhalt mehr zu finden ist. So feiern sich die selbsternannten Hardcore-Fans lieber selbst als tatsächlichen Support zu liefern. Als es dann darauf ankam, waren sie verschwunden. Auch verständlich, wenn ihnen die restliche Kurve ihr Spielzeug namens überdimensionales Fahnen schwenken nahm, und sich somit der Stadionbesuch von selbst erledigt hat. Denn spielbezogener Support ist nicht jedermanns Sache wenn lieber Lalalalalala gesungen wird. Naja, aber da jeder bekommt was er verdient, passte das Ergebnis, die Mannschaftsleistung, die Kurve und auch der Verein, der nach 30 Minuten Ordner vor der eigenen Kurve aufmarschieren lies und sonst mit Kommentaren aufwartet, die bereits 2010 ihr Ziel verfehlt haben, perfekt zusammen. Beim VfL harmonisiert einfach alles. Ist es doch auch besser sich selbst abzuschaffen als von anderen in die dritte Liga geschossen zu werden. In diesem Sinne: Glück auf und Prost!

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Responses

  1. Schade, schade VFL. Hier wäre Potential für einen Kultverein mit tollem Stadion – Und dann das. Vielleicht hilft eine Waschkur in der 3. Liga.

  2. Naja, von „Waschkur“ wurde schon von den Klassenwiederholungen in der Schweineliga gesprochen. Gebracht hatte es nix. Halte also nichts von dieser Theorie. 3. Liga wäre mehr als nur ein GAU…


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